Joann Sfar

Der Ewige

Roman
Cover: Der Ewige
Eichborn Verlag, Köln 2015
ISBN 9783847905851
Gebunden, 365 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Thomas Brovot. In New York begibt sich ein junger Ukrainer in die Psychoanalyse, er will endlich seine Biografie aufarbeiten. Am Anfang des letzten Jahrhunderts starb er auf einem Schlachtfeld in Europa - nur um kurz darauf als Vampir wiederaufzuerstehen. Ein Zustand, mit dem er sich nie anfreunden konnte, der ihm zuwider war, der ihn von seiner großen Liebe entfernte und der neben dem ungemütlichen Blutsaugen auch noch andere Unannehmlichkeiten mit sich brachte. Der so höfliche, wohlerzogene Mann verliebt sich nun hundert Jahre später in seine Therapeutin. Beiden ist nicht bewusst, wie verwoben ihre Geschichten sind und in welcher Gefahr sie schweben.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 04.07.2015

Für Johannes Wetzel ist der Vampirroman des Comiczeichners Joann Sfar zwar kein literarisches Meisterwerk, aber doch die Eröffnung eines neues Genres: des Comics ohne Bilder. Und Wetzel lernt das Gruseln, wenn im Text Hirn und Blut spritzen was das Zeug hält. Dass der Roman eine historische Komponente hat, Sfar seinen jüdischen Vampir aus den Leichenbergen des Ersten Weltkriegs aufsteigen lässt, ist für Wetzel ein weiteres Plus. Und natürlich kann dieser Autor Humor und Horror nicht unterscheiden. Ein Buch in der Art von Polanskis "Tanz der Vamire", so Wetzel.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.03.2015

Schuster bleib bei deinen Leisten, rät Andreas Platthaus dem Autor, denn als Comicautor hat Joann Sfar beim Rezensenten unendlich Kredit. Kann man vom Romanautor Sfar nicht sagen. Geradezu frivol nämlich wirkt auf Platthaus, wenn Sfar fröhlich Klischees bedient, wie er es von seinem angestammten Metier gewohnt ist. Nur: Was im Comic funktioniert, geht im Roman einfach nicht, meint der Rezensent. Am besten gefällt ihm der Text über einen therapiebedürftigen verliebten Vampir unterwegs erst in Odessa, dann in Brooklyn, verfasst in bester Splatter-Manier, gepaart mit jüdisch-osteuropäischer Kulturgeschichte, wenn der Autor den eigenen biografischen Erfahrungshorizont verlässt und ins Fantasieren kommt. Leider geschieht das zu selten in diesem Buch, findet der Rezensent.
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