Mit 12 Abbildungen. Seit dem Mittelalter gab es Ritualmordbeschuldigungen gegen Juden, im Kaiserreich erlangten sie eine neue Blüte. Man warf Juden vor, christliche Kinder zu ermorden und ihr Blut zu rituellen Zwecken zu benutzen. Die Beschuldigten hatten sich vor Gericht zu verantworten. Wie sich Richter, Staatsanwälte, Verteidiger und Öffentlichkeit mit dem Aberglauben auseinandersetzten, dokumentiert diese Studie exemplarisch am Beispiel Aufsehen erregender Prozesse.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.03.2003
Der dritte Beitrag zu den Konitzer Ereignissen im Jahr 1900: nach Christoph Nonn und Helmut Walser Smith befasst sich auch Johannes Groß mit den "Ritualmordbeschuldigungen im deutschen Kaiserreich". Rezensent Christoph Jahr zufolge geht Groß jedoch vergleichend vor. Er hat die Gerichtsverfahren zu ähnlichen angeblichen Ritualmordfällen in Skurz (1884) sowie Xanten (1891) und eben Konitz (1900) analysiert und ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass antisemitische Sichtweisen und Deutungsmuster im wilhelminischen Kaiserreich deutlich zugenommen haben. Eine wohl fatale Rolle spielte dabei das preußische Justizministerium, das indirekt viel dazu beigetragen haben soll, den Antisemitismus gesellschaftsfähig zu machen. Egal ob die Gerichte den Ritualmordanschuldigungen nachgingen oder sie zurückwiesen, resümiert Jahr, das Vertrauen in ihre Unparteilichkeit sei schwer erschüttert worden.
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