Nachdruck der Ausgabe von 1952. Herausgegeben von Anton Rauscher und Rudolf Weiler in Verbindung mit Alfred Klose und Wolfgang Schmitz. Eingeleitet von Anton Rauscher. Viele Probleme im Leben des Menschen werden als Widersprüche erlebt: was soll ich tun? - Der große Naturrechtslehrer und Priester Johannes Messner zeigt in seinem der praktischen Ethik gewidmeten Buch Lösungen an Hand der Existenz des Menschen, die sich in wenigen Lebenszwecken erfahren lassen. Sie sind seiner Natur mitgegeben und müssen von ihm gestaltet werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.05.2003
Michael Pawlik gibt zu, die neu aufgelegten "Opuscula" von Johannes Messmer mit Befangenheit aufgeschlagen zu haben. Was können einem heute die moraltheologischen und sozialphilosophischen Ergüsse eines katholischen Priesters sagen, der außerdem gelernter Jurist und Nationalökonom war? Nun ja, mag Pawlik gedacht und sich bestätigt gefühlt haben, als er von der Schädlichkeit vorehelichen Geschlechtsverkehrs las. Schnee von gestern. Mit fortschreitender Lektüre aber fühlte er sich immer stärker irritiert und herausgefordert, behauptet der Rezensent. Messners Lebensphilosophie biete etwas, das die "anämischen Konzeptionen des philosophischen Prozeduralismus" nicht hätten: die Frage nach der inneren Erfahrung, nach einer "vollmenschlichen" Existenz, die zu verwirklichen Pflicht und Grundrecht des Menschen sei. Über die übliche philosophische Dichotomie von Sein und Sollen setzt sich Messner mit erstaunlicher Leichtigkeit hinweg, meint Pawlik fasziniert: die Demokratie diene bei Messner weniger der Setzung als vielmehr der Findung des "gemeinsamen Guten". Atheistische Philosophen, resümiert Pawlik gegen Ende seine fasziniert-skeptische Haltung, zahlten häufig den Preis inhaltlicher Ausdörrung ihrer Theorie. Wolle man diesen Asketismus überwinden, dann führe dieser Weg in die Fülle über den Glauben - aber auch das sei ein hoher Preis.
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