Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.03.2005
Es gibt verschiedene Arbeiten, die sich mit der Toleranzfrage im Zeitalter der Aufklärung beschäftigt und im Zuge dessen die großen Philosophen jener Zeit befragt haben, als da waren: Montesquieu, Voltaire, Rousseau, Lessing und - nicht zu vergessen - Kant. Ulrich Kronauer verweist in diesem Zusammenhang auf die Arbeit von Rainer Forst aus dem vergangenen Jahr. Matthias J. Fritsch nähert sich dem Toleranzdiskurs jener Zeit auf andere Weise, berichtet Kronauer: Fritsch habe die Schulphilosophen unter die Lupe genommen, jene also, die für die akademischen Lehrbücher und den Unterricht zuständig waren und großen Einfluss auf die Beamtenschaft beispielsweise hatten. Eines der wenig überraschenden Ergebnisse von Fritschs Untersuchung lautet, dass das Recht auf freie Religionsausübung in der Schulphilosophie nicht etwa von der Naturrechts-Philosophie abgeleitet wurde, sondern staatsrechtlich mit der Souveränität des Landesherrn begründet wurde. Kant und Locke waren da schon einen Schritt weiter, meint Kronauer.
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