Verfolgt vom eigenen Vater, stets am Rande des Ruins mit Schulden jonglierend, legendär hässlich von Gestalt, aber atemberaubend erfolgreich bei den Frauen, ein Vulkan an Energie und Kraft, beredsam wie ein Gott - so zieht der junge Graf Mirabeau seine Kometenbahn durch das vorrevolutionäre Frankreich. Doch dann schlägt seine historische Stunde.
Als die Revolution beginnt, sind die Revolutionäre noch ohne Plan. Einer aber hat ihn: Honoré Gabriel de Mirabeau. Er will, dass aus dem absolutistisch regierten Frankreich Ludwigs XVI. endlich eine konstitutionelle Monarchie wird, in der dem Dynasten ebenso klare Grenzen gesetzt werden wie Parlament und Regierung. Nur so wird der König seinen Thron behalten können und die Revolution jenem Terror entgehen, dessen Exzesse Mirabeau hellsichtiger kommen sieht als jeder andere. Brennend vor Ehrgeiz zieht Mirabeau alle Register im Kampf um die Macht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.07.2017
Wilhelm von Sternburg bekommt mit der Mirabeau-Biografie von Johannes Willms ein "kluges" Lebensbild einer schillernden und widersprüchlichen Figur. Willms schildert Mirabeau nicht als Revolutionär, sondern als Pragamatiker mit Hang zur Ausschweifung, stellt der Rezensent fest. Dass der Autor auch sonst mit klaren Bewertungen (und "gut gewählten Zitaten") trumpft, rechnet von Sternburg ihm hoch an. Das Buch hat vor allem das politische Denken und Handeln des Aufklärers Mirabeau zum Thema, erklärt der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.05.2017
Stefana Sabin lobt den Detail- und Kenntnisreichtum des Buches von Johannes Willms. Über Mirabeaus intellektuelle Entwicklung im Spiegel der historischen Ereignisse hat sie kaum je derart ausführlich gelesen. Gestützt auf Briefwechsel, zeitgenössische Aussagen und auf sein eigenes "solides" historisches Wissen, erklärt sie, erschafft der Autor das Porträt einer schillernden Persönlichkeit, eines energetischen wie ehrgeizigen Menschen. Dass der Autor auch Mirabeaus erotische Eskapaden, Intrigen und Skandale nicht verschweigt, scheint ihr angemessen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.03.2017
Rezensent Günther Nonnenmacher nennt Johannes Willms einen der beste Kenner Frankreichs. Von der Biografie über Mirabeau, die der Autor nun vorlegt, erwartet der Rezensent dementsprechend Großes - und wird nicht enttäuscht. Von der wenig glanzvollen Kindheit in einer provenzalischen Adelsfamilie über die Zeit als Schürzenjäger und Schuldenmacher bis zum Wirken als Abgeordneter der Nationalversammlung vermag Willms dem Rezensenten Mirabeaus Leben aufzufächern. Besonders die Revolutionsphase schildert ihm der Autor plastisch und einfühlsam und unter großzügiger Verwendung von Brief- und Redenzitaten. Das Verständnis ist dabei stets mit dem Helden, erklärt Nonnenmacher, der klare Blick des Autors übersieht aber auch die politischen Illusionen Mirabeaus nicht, meint er.
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