Ausgewählt, und aus dem argentinischen Spanisch übertragen von Juana und Tobias Burghardt. Mit Beiträgen von Julio Cortazar und Tobias Burghardt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.12.2003
Dem Rezensent Nico Bleutge ist es ganz schwebend ums Herz geworden nach Lektüre von Juan Gelmans Gedichten. Niemand sonst erhebe die Poesie derart zum "Luftgeist", um ihr gleichzeitig die Kraft der Wirklichkeitsveränderung zu bescheinigen, die Kraft, die Welt zu "verlagern". Gerade wegen dieser Kraft sei Gelman oft als "engagierter Dichter" im klassischen Sinne verkannt worden, erklärt der Rezensent. Geradezu begeistert stimmt ihn daher die Gedichtauswahl des vorliegenden Bandes. Das Herausgeber- und Übersetzergespann Juana und Tobias Burghardt haben sich von der biografischen, sprich politischen Gewichtung abgewandt und das Dichterische in den Vordergrund gerückt. Daher, bedauert Bleutge, fehlt auch so manches "scharf geschnittenen Bild aus den staubigen Vierteln" von Buenos Aires. Doch der Auswahl liege ein so treffendes Verständnis der Gelmanschen Poetik zugrunde, dass man darüber leicht hinwegsehen könne. Im lockeren Wechselspiel von langen und kurzen Versen entfalte Gelmans lyrisches Ich - im selben Atemzug wie seine "genau konturierte Sprache" - eine urwaldhafte Mannigfaltigkeit, und die deutsche Übersetzung stehe dem spanischen Original an sprachlicher Schöpfungskraft in nichts nach: "lebst du? / bist du gestorben? / Sohn? / lebstirbst du noch einmal".
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