Aus dem Spanischen und mit einem Nachwort versehen von Juana und Tobias Burghardt. Mit einem Essay von Laura Cerrato. Der zweite und abschließende Band der ersten deutschen Gesamtausgabe eines der wichtigsten Dichter Lateinamerikas, der von Autoren wie Raymond Queneau, Henry Miller und Andre Breton verehrt wurde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.07.2004
Antonio Porchia ist für die Argentinier eine besondere Lichtgestalt, erklärt Thomas Poiss; seine Gedichte wurden unter anderem während der Militärdiktatur auf Kassibern in die Gefängnisse geschmuggelt. Porchias gewaltige Aphorismen-Sammlung "Stimmen" hatte von vornherein einen ausgeprägten mündlichen und kollektiven Charakter: Volksgut eben. Der vorliegende Band "Verlassene Stimmen" sei bloß ein Nachhall auf die große und bekannte Sammlung "Stimmen", führt Poiss aus; sie enthält Ausgesondertes, verworfene Varianten und anderweitig überlieferte Apokryphen. Was machte Porchia, der im richtigen Leben ein ganz unscheinbarer Mann war, so faszinierend, fragt der Rezensent. Für ihn ist es der illusionslose, zugleich anteilnehmende Ton des Dichters. Porchia dachte durch und durch christlich, erläutert er das Paradox, und war doch ein Mann ohne Religion. Seine Anteilnahme galt den Verwundeten, den Verletzten, und so destillierte er - im christlichen Gestus - aus dem Leiden Trost. Kein Wunder also, dass seine Gedichte und Aphorismen die "verlassenen Stimmen" und Seelen in den Gefängniszellen ansprachen. Auf Spanisch sei Porchia zur Zeit nicht erhältlich, wundert sich Poiss und freut sich über "das Wunder" einer vollständigen zweisprachigen Ausgabe aller Stimmen Porchias.
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