Killing Time in a Warm Place
Roman

Transit Buchverlag, Berlin 2024
ISBN
9783887474140
Gebunden, 180 Seiten, 22,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Niko Fröba. Der Roman "Killing Time in a Warm Place" erzählt von einer Kindheit und Jugend in der Marcos-Zeit, von Menschen und Familien, die auf dem Land oder in Städten wohnen, immer auf dem Sprung nach einer besseren Arbeit, einem besseren Leben für sich und ihre Kinder. Die meisten arrangieren sich mit der Diktatur, mit der allgegenwärtigen Polizeigewalt und der Korruption; sie folgen dem Marcos-Regime auch noch dann, als das Kriegsrecht ausgerufen wird. Es gibt aber auch politischen Widerstand, ausgehend von Studentinnen und Studenten, die sich teils der maoistischen Bewegung anschließen, teils eigene riskante Wege gehen, um die Diktatur zu bekämpfen. Dalisay beschreibt diese Situation aus den Augen junger Menschen, die auf der Suche nach Idealen sind, ihre Karriere opfern, von Militär und Geheimpolizei beobachtet, verhaftet und auch gefoltert werden, dann lange Jahre in Lagern verbringen müssen, bis das Regime unter Massenprotesten endlich zusammenbricht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 17.10.2025
Rezensentin Andrea Pollmeier schaut mit Jose Dalisays "Killing time in a warm place" zurück auf die junge philippinische Demokratie der 70er Jahre - durch die Augen eines Widerstandskämpfers. In lockerem Erzählton, sich selbst und seine Erzählung immer wieder reflektierend, berichtet Dalisays Ich-Erzähler Noel von seiner eigenen Festnahme, als 1973 das Kriegsrecht ausgerufen wird, von seiner Gefängniszeit, wie er schließlich dank der Amnestie wieder freikommt und schließlich das politische Lager wechselt, studiert, von einem Job in New York träumt und dabei weiter seine revolutionären Ideen pflegt, erfahren wir. Dabei gelingt es Dalisay laut Pollmeier, in anschaulichen Bildern den Alltag und die innere Zerrissenheit von Noels Generation nachvollziehbar zu machen - jene Zerrissenheit zwischen "Widerstand und Anpassung", zwischen kommunistischen Idealen und Orientierung am American way of life, zwischen "Oxford-Schuhen" und Bomben, so die mitfühlende Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2024
Mit Begeisterung entdeckt Rezensent Hans Christoph Buch diesen Roman, der die Philippinen in all ihrer Strahl- und Wunderkraft zum Leuchten bringt. Ein Land, das von sozialen, kulturellen und intellektuellen Konflikten geprägt ist, ein Land, das gleichzeitig an Marx und an Gott glauben wollte - so lernt Buch hier den Inselstaat kennen. Das Buch entwickle sich wie eine "Endlosschleife", schwärmt Buch weiter, sieht sich vom "Bewusstseinsstrom" des Autors Jose Dalisay selbst mitgerissen. Junge Filipinos kämpften, inspiriert durch die Studentenbewegung, selbst gegen Unrecht und Ungerechtigkeit, konnten das Land aber nicht vor den grassierenden sozialen Gegensätzen retten. So appelliert Dalisay, versteht der Rezensent, an die Sprache, um die Erinnerung an die sozialen und politischen Bestrebungen und gleichzeitig sich selbst zu retten. Diese Dringlichkeit und sprachliche Gewalt machen für Buch den Roman umso lesenswerter.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 04.09.2024
Rezensent Marko Martin zeigt sich sehr angetan vom Roman des philippinischen Autors Jose Dalisay. Er spielt zu den Zeiten der Marcos-Diktatur und zeigt laut dem Rezensenten verschiedene junge Menschen, die sich entweder deren Zwängen anpassen, unter der gewalttätigen Repression leiden oder auswandern müssen. Beispielhaft sei vor allem die Hauptfigur Noel, der sich als Schriftsteller versuchen möchte, in der Folge des "philippinischen 68" ins Gefängnis gerät und schließlich in einem ministeriumsnahen PR-Job landet. In der sehr gelungenen deutschen Übersetzung von Niko Fröba kann Martin diesen kritischen, klugen Roman sehr empfehlen.