Diese erste Biografie seit Jahrzehnten stellt das Denken des Erlanger Philosophieprofessors Ludwig Feuerbach dar, der maßgeblichen Einfluß auf den Marxismus nahm. Ludwig Feuerbach war ein leidenschaftlicher Reformator der Philosophie, der nicht das reine Wissen, sondern den ganzen Menschen in das Zentrum seines Bemühens stellte. Dieser Denkansatz löste einen Erdrutsch in der geistigen Landschaft der Restaurationszeit aus. Die klassische deutsche Philosophie brach buchstäblich zusammen, und Feuerbach wurde zur intellektuellen Leitfigur des deutschen Vormärz, bevor ihn andere für sich vereinnahmten: die Marxisten, die zumeist nur interpretierten, was Marx und Engels über ihn gesagt hatten, und die Theologen, denen er der sprichwörtliche Pfahl im Fleische blieb.
"Nun also Winiger", meint Ludger Lütkehaus lakonisch, aber durchaus nicht geringschätzig über Josef Winigers Biografie des atheistischen Philosophen Ludwig Feuerbach. Er begrüßt Winigers Werk als erste größere Biografie seit fast hundert Jahren und bescheinigt dem Autor, "bei aller Sympathie für diesen eindrucksvollen Charakter" auf wohltuender Distanz zu Feuerbach geblieben zu sein und die "falschen Töne" gemieden zu haben. Das Buch, lobt der Rezensent, ist "so gut lesbar geschrieben wie gründlich recherchiert", zwar "keine Pioniertat", aber eine "sehr respektable Leistung auf avanciertem Forschungsstand". Besonders gefällt Lütkehaus die Einbeziehung des historischen Hintergrundes; was ihm ein wenig fehlt, ist die Darstellung der sinnlichen Seite des Philosophen, seiner Liebesgeschichten und überhaupt des "beträchtlichen" Temperaments, das auch in den Werken zu spüren sei. Die Religionsphilosophie erhält als "Kernthema" dagegen den "gebührenden Rang", und auch die Widersprüche der zwischen Affirmation und Kritik schwankenden Analyse der Religion werden von Winiger nicht vernachlässigt, versichert der durchaus beeindruckte Rezensent.
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