Gareth Stedman Jones beschreibt Leben und Werk von Marx konsequent aus ihrem Kontext im 19. Jahrhundert beschreibt auf der Suche nach einer neuen Deutung dieses epochemachenden Denkers. In einer Epoche des industriellen und politischen Umbruchs erscheint Marx als Zeitgenosse, der versucht, Antworten auf die neuen Herausforderungen zu finden. Antworten, von denen er nicht ahnen konnte, wie sehr sie die Welt verändern würden.
Aus der Flut der bereits erschienenen und im Karl-Marx-Jahr 2018 noch zu erwartenden Veröffentlichungen sticht schon jetzt Gareth Stedman Jones' Marx-Biografie hervor, verspricht Rezensent Alexander Cammann. Denn der Ideenhistoriker und ehemalige Herausgeber der New Left Review betrachtet Marx in erster Linie als Zeitgenossen des 19. Jahrhunderts, fährt der Kritiker fort, der erst dank Jones die eigentlichen Leistungen von Marx jenseits aller Verfälschungen erkennt. Wenn der Autor Marx' Denken in die historischen Kontexte und Debatten einbindet, lernt der Rezensent den Philosophen als "Patchwork-Intellektuellen" kennen, dessen Ideen stark epochengebunden waren. Und dass Jones Marx durchgängig beim Vornamen nennt, hält Cammann für einen klugen Schachzug.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2017
Rezensent Gerd Koenen findet keine zuverlässigere, ideengeschichtlich vollständigere und kompetentere Darstellung zu Marx als das Buch von Gareth Stedman Jones. Die Fülle von geistesgeschichtlichen Bezügen, die die Biografie in der Figur sichtbar macht, haut Koenen schier um. Dass der Autor kein psychologisches Porträt abliefert, kann Koenen darob verkraften. Und mit dem Autor gleich das gesamte 19. Jahrhundert neu denken, indem er die Retuschen die Marx erfahren hat, zeigt, muss er auch nicht. Die immense Sachkenntnis und Genauigkeit im Buch reicht zu seiner Faszination vollkommen hin.
Rudolf Walther bekommt mit Gareth Stedman Jones' Marx-Buch viel mehr als er von einer Biografie erwartet. Dass die Schriften von Karl Marx der Kontextualisierung bedürfen, ahnte er schon. Der britische Historiker legt nun den laut Walther vorzüglichen Versuch vor, die Schriften von den Anfängen in den vierziger bis in die achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts konsequent wie kenntnisreich zu historisieren. Den jeweiligen historischen, philosophischen und ökonomisch-politischen Kontext zieht der Autor der Darstellung von Befindlichkeiten dankenswerterweise vor, meint Walther erleichtert. Der Umgang mit dem fragmentarischen Werk gelingt dem Autor mit der Virtuosität eines umsichtigen Restaurators, der die Forschungstechniken beherrscht und die geplanten Text- und Kommentarbände der zweiten Marx-Engels-Gesamtausgabe zu nutzen weiß, lobt Walther. Neue Einsichten in die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der Schriften sind dem Leser sicher, erklärt er.
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