Joseph A. Amato

Von Goldstaub und Wollmäusen

Die Entdeckung des Kleinen und Unsichtbaren
Cover: Von Goldstaub und Wollmäusen
Europa Verlag, Hamburg 2001
ISBN 9783203750125
Gebunden, 252 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Harald Höfner und Brigitte Post. Eine sinnliche Entdeckungsgeschichte über die Großartigkeit des Kleinen. Während die Geschichte des Großen schon oft erzählt wurde, ist eine Geschichte des Kleinen bislang noch nicht einmal entworfen worden. "Von Goldstaub und Wollmäusen" entführt den Leser in das Universum des Kleinen und Unsichtbaren. Galt doch der Staub über Jahrhunderte als das kleinste wahrnehmbare Teilchen, veränderte sich mit der Entwicklung neuer und präziser Messinstrumente die Dimension des Kleinen. Mikroskope führten zur Entdeckung immer kleinerer Lebewesen und Strukturen. Das Buch ist eine poetische Meditation darüber, wie die Menschen den Staub erlebten und wahrnahmen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.01.2002

Ein wenig genervt ist der Rezensent Michael Adrian schon von der Flut kulturgeschichtlicher Analysen von immer abseitiger werdenden Gegenständen, von den Historiografien etwa des Körpers, der Tulpe oder der Schokolade. Joseph A. Amato stellt nach Meinung des Rezensenten mit seinem von Harald Höfner und Brigitte Post aus dem Amerikanischen übersetzten Buch "Von Goldstaub und Wollmäusen" einen neuen Rekord in dieser Disziplin auf: in "Benjaminscher Andacht zum Unbedeutenden" richtet sich Amatos Interesse auf die Kulturgeschichte des Staubkorns. Das ist alles klug geschrieben und zeugt von großer Gelehrsamkeit: Eine Menge Fachliteratur bemerkt der Rezensent beeindruckt, "hat der Autor zu diesem Zweck zerkrümelt und zu einem neuen Kuchen zusammengebacken". Aber ein wenig stöhnt unser Rezensent auch, wenn Amato beispielsweise "detaillistisch" zu zeigen versucht, wie die Geschichte des Abendlandes vom Staubkorn bestimmt ist. Da bleibt dem Rezensenten nichts anderes als zu resümieren: "Der Staub bleibt unser Schicksal".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.01.2002

Unglücklicher Titel, das. Was zum Henker haben die "Wollmäuse" hier verloren, ärgert sich ein "upj" gekürzelter Rezensent und verweist auf das gute, (staub-)trockene Original: "Dust. A History of the Small and the Invisible". Und um eine Geschichte handelt es sich auch. Genauer: um eine "kleine Begriffs- und Kulturgeschichte" des Staubs. Lobenswert, denkt sich "upj", so gegen den Hype des Großen zu segeln und das Kleine in den Blick zu nehmen. Jene Partikel, die einst durch das Mikroskop erst zu einer neuen physischen Größe wurden und fürderhin Angst und Schrecken verbreiteten, als Hort der Mikroben. Jene Partikel allerdings auch, die, wie der Rezensent vermerkt, als "Atome" und "Gene" nicht nur für die Wissenschaft in jüngerer Zeit immer attraktiver wurden. Ein originelles Stück Wissenschaftsgeschichte ist das Buch also auch. Eine eben, "in der das Bizarre gebührend Raum erhält".

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