Er kam aus der Provinz nach Paris und blieb dort immer ein Außenseiter. Als Dichter und Denker jedoch scharte Charles Péguy (1873-1914) eine verschworene Gemeinde um sich. In jüngerer Zeit zählten dazu ganz unterschiedliche Persönlichkeiten aus Philosophie und Literatur: Gilles Deleuze, Alain Finkielkraut, Bruno Latour und Thomas Bernhard imponierte die Unabhängigkeit dieses Intellektuellen aus Frankreich. Seine Dramen und seine Prosa betreiben eine radikale Kritik der Moderne, als Herausgeber einer eigenen Zeitschrift musste er keine Kompromisse eingehen. Von Péguy kann man lernen, ohne Rücksicht auf irgendeinen Zeitgeist zu denken. Es wird Zeit, ihn auch hierzulande zu entdecken.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.06.2017
Michael Stallknecht spürt die Sympathie des Autors für Charles Péguy. Dass Joseph Hanimann Péguy in seiner Biografie als gar nicht so widersprüchlichen Querkopf darstellt, scheint dem Rezensenten durchaus nachvollziehbar, weil der Autor Péguy als jemanden zeigt, der von der Lebenswirklichkeit ausging und daher für alle ideologischen Verhärtungen nicht zugänglich war. Wie leicht Hanimann Zeithintergründe in den Text einblendet, gefällt Stallknecht. Péguy erscheint ihm in diesem Buch als jemand mit einer Stimme, die bis in die Gegenwart reicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.03.2017
Für Gerald Stieg erscheint Joseph Hanimanns Buch in einem historischen Moment, da das Denken Charles Péguys in Texten von Bruno Latour bis Alain Finkielkraut Aktualität entfaltet. Wie Hanimann Péguys Stellung im literarischen und politischen Leben Frankreichs herausarbeitet, mit einem Vergleich mit Karl Kraus und dessen Zeitschrift "Die Fackel", findet Stieg durchaus hilfreich. So kann der Rezensent beider Ablehnung des Kapitalismus in ihren "Gegenzeitungen" aufzeigen. Dass der Autor die Parallelisierung später fallenlässt und zu einer Erläuterung von Péguys Philosophie übergeht, scheint Stieg ebenso nachvollziehbar. Dem Autor, meint er, gelingt es, Péguys Denken vorzustellen und historisch wie politisch einzuordnen. Schade findet Stieg bloß, dass Péguy selbst im Buch zu selten zu Wort kommt.
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