Aus dem Französischen von Stefanie Kuballa-Cottone. Ab 14 Jahren. Sie kommen aus Afghanistan, Iran und Eritrea. Mit 15 oder 16 landen sie in Genf und sind ganz auf sich allein gestellt. Eine saubere, reiche Stadt, die sie aber nicht willkommen heißt. In einem Heim für junge unbegleitete Migranten, traumatisiert von ihren Erfahrungen, versuchen sie, zurechtzukommen und ihren Platz zu finden, ohne zu wissen, wo sie anfangen sollen. "Allein in der Fremde" ist das Ergebnis der Begegnung von drei jungen Migranten mit drei Kunstschaffenden, die die wahren Geschichten durch den Mund und die Augen ihrer Protagonisten zu erzählen. Die Illustratoren sind eingetaucht in die Welt der Migranten, haben sich mit ihren Fragen und Gefühlen auseinandergesetzt. Wie fügt man sich in einen Ort ein, der einen nicht willkommen heißt, und überwindet seine Traumata?
Begeistert liest Melanie Longerich die Graphic Novel der drei Comiczeichner Fabian Menor, JP Kalpnji, Yrgane Ramon. Drei Jugendliche landen nach einer langen und traumatischen Flucht aus ihren Heimatländern Afghanistan, Iran und Eritrea in einer Genfer Asylunterkunft, ohne Perspektive auf Arbeit oder Weiterreise, resümiert Longerich. In der Unterkunft sind sie den Schikanen des Sicherheitspersonals und der anderen zweihundert Jugendlichen ausgesetzt, lesen wir. Alle drei verbindet, so Longerich, dass sie Ali Reza kennenlernen, einen 18-jährigen Afghanen, der 2019, wenige Tage nach einer Auseinandersetzung mit dem Sicherheitspersonal, Suizid beging. Dies war auch der Grund, weshalb die Therapeutin Christel Moretto die drei Comiczeichner mit dieser Graphic Novel beauftragte: Um die Schicksale alleingelassener und perspektivloser Jugendlicher in der Schweiz darzustellen. Dies gelingt dem Trio in jedem Fall, lobt die Rezensentin, auch durch die "treffenden" Tusche- und Bleistiftzeichnungen.
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