Noch nie zuvor hat einer der umstrittenen Oligarchen aus der Ex-UdSSR Interna verraten. Mythen kursieren, Propagandaartikel, TV-Oberflächlichkeiten, Auftragsarbeiten. Die Oligarchen selbst halten natürlich die "wahre Geschichte" geheim. Einer ist jetzt bereit auszupacken: Vadim Rabinovich. Er zählt zu den reichsten und mächtigsten Männern der Ukraine mit engen Beziehungen zu den politischen Machtzirkeln und Oligarchen in Rußland, aber auch zu internationalen Politikern und Wirtschaftsmagnaten. Er kennt die eigentlichen Strippenzieher im Kreml, im KGB und in der Mafia. Er sei das wichtigste Verbindungsstück zwischen legalen und kriminellen Geschäftsmännern in der ehemaligen Sowjetunion, behaupten Polizeidienststellen. Er wird observiert und hat Einreiseverbot in die USA. Vadim Rabinovich hat seine Lebensgeschichte erzählt. Das allein ist ein Abenteuer. Darüber hinaus hat er Jürgen Roth anvertraut, was er über "das System" weiß.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 22.03.2001
Peter Köpf findet dieses Buch über Vadim Rabinovich, einen der Drahtzieher legaler und illegaler Geschäfte in der Ukraine, ziemlich spannend, auch wenn er darüber spekuliert, wie glaubwürdig dieser Informant und Gesprächspartner des Journalisten Jürgen Roth wirklich ist. Um dessen Motivationen zu ergründen, zeichnet Köpf in seiner Rezension den Werdegang von Rabinovich nach und kommt zu dem Schluss, dass Rabinovich an einem öffentlichen Statement hauptsächlich interessiert ist, um seine Position abzusichern. Bei aller Skepsis attestiert Köpf dem Buch, dass es "einen aufschlussreichen Blick in eine sonst verschlossene Welt" ermöglicht und weist in dem Zusammenhang auch darauf hin, dass das Buch nicht nur Gespräche mit Rabinovich protokolliert, sondern dass Autor Jürgen Roth - den er für sehr glaubwürdig hält - auch noch eigene Recherchen beisteuert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.03.2001
Recht spannend findet Hans Leyendecker das neue Buch des Verbrechersyndikats-Experten Jürgen Roth und attestiert ihm auch einen differenzierteren Umgang mit dem Thema. Früher hat der Autor sich nach Ansicht des Rezensenten zu sehr auf die Polizeiberichte verlassen, diesmal lässt er dagegen einen Oligarchen aus der Ukraine, "einer der Grossen, die Land und Herrschaft unter sich aufgeteilt haben", zu Wort kommen und beschreibt so ein "Modell eines staatlich organisierten Verbrechertums". Das Buch hält der Rezensent für "eine Gangster-Saga aus dem Osten, manchmal gemalt in den Farben der Kolportage". Über das Motiv des Oligarchen Vadim Rabinovich, sich Roth anzuvertrauen, kann Leyendecker nur spekulieren, er vermutet, dass es ihm einfach um Akzentsetzung im gegenwärtigen Machtkampf geht.
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