Jürgen Trabant

Sprachdämmerung

Eine Verteidigung
Cover: Sprachdämmerung
C.H. Beck Verlag, München 2020
ISBN 9783406750151
Gebunden, 240 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Die vielen Sprachen Europas und der ganzen Welt sind - das wusste schon Wilhelm von Humboldt - ebenso vielfältige Weisen, die Welt zu erfassen. Will man also die kognitive Funktion der Sprache verteidigen, muss man auch den Reichtum der vielen Sprachen erhalten. Wenn das Deutsche heute gegenüber dem globalen Englisch zunehmend in Not gerät, gilt das genauso für all die anderen europäischen Sprachen, die auf dem Rückzug sind, weil nur die globale Sprache Macht verspricht. Jürgen Trabant zeichnet höchst aufschlussreich die historischen und sprachgeschichtlichen Entwicklungen nach, die zu unserer heutigen Situation geführt haben. Sein Buch ist ein Lob der Sprache, ohne die der Mensch nicht zudenken ist, und eine Warnung vor der heranrückenden Sprachdämmerung.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 23.11.2020

Rezensent Hans-Martin Schönherr-Mann ist vielleicht nicht mit jeder These einverstanden, die der Romanist Jürgen Trabant in dieser Streitschrift vertritt, aber isgesamt ist er doch von der Wucht und der Brillanz beeindruckt, mit der Trabant das Deutsche als Kultursprache verteidigt - gegen die Aufgabe anderer Sprachen im Schulunterricht, gegen die Abkopplung der Eliten vom Rest der Sprachgemeinschaft, vor allem aber gegen gegen den angelsächsische Vereinheitlichung der Welt. Vor allem über die Naturwissenschaften verlaufe diese Vereinheitlichung, resümiert Schönherr-Mann Trabants Thesen und betont, dass zu Trabants Ärger diese sprachliche Homogenisierung zugunsten eines Wissenschaftsbetriebs forciert werde, der sich allein auf den technisch-funktionalen Aspekt von Sprache kapriziere, nicht auf den poetischen, und der sowieso nichts wahrnehme, was nicht auf Englisch publiziert werde. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.09.2020

Rezensent Wolfgang Krischke hält sich selbst nicht für einen Sprachapokalyptiker wie Jürgen Trabant. Dessen Buch kann der Rezensent eine Menge abgewinnen, auch wenn die "argumentative Verklammerung" der Zeitungsartikel, Buchkapitel und Reden, aus denen das Buch besteht, nicht immer gelingt und sich Wiederholungen einschleichen. Lohnend findet Krischke das Buch weniger wegen Trabants Alarmismus in Bezug auf eine Herabsetzung der Sprache zum bloßen Zeichenreservoir (laut Autor schon bei den antiken Philosophen), sondern aufgrund erhellender Kontextualisierungen einer degradierenden Auffassung von Sprache sowie eines gelungenen Mixes aus Erkenntnissen, Urteilen und eigenen Erfahrungen aus der sprachwissenschaftlichen Praxis.
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