Harald Haarmann

Die seltsamsten Sprachen der Welt

Von Klicklauten und hundert Arten, 'ich' zu sagen
Cover: Die seltsamsten Sprachen der Welt
C.H. Beck Verlag, München 2021
ISBN 9783406767265
Gebunden, 206 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Viele Sprachen erscheinen uns fremdartig, weil wir ihre Schnalzlaute nicht hervorbringen oder ihren Satzbau mit den vertrauten grammatischen Rastern nicht erfassen können. Harald Haarmann beschreibt kurzweilig und kenntnisreich 49 Sprachen mit seltsamen Eigenheiten: ungewöhnliche Lautsysteme, fremdartige Grammatiken, sonderbare Wortschätze, seltsame Zählweisen, Sprachen, die sich je nach sozialer Beziehung ändern, spezielle Sakralsprachen, rätselhafte Schriften sowie Plansprachen. Viele dieser Sprachen erscheinen aus der Sicht des Deutschen seltsam, aber beschrieben werden auch Sprachen, die seltene Eigenheiten aufweisen. So rückt auch das Deutsche selbst mit seinen einzigartigen Schachtelsätzen ins Visier.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 01.03.2021

Rezensentin Sieglinde Geisel hält das Buch des Sprachwissenschaftlers Harald Haarmann für eine Art luxuriöses Kuriositätenkabinett. So viele regionale sprachliche Eigenheiten versammelt es, dass Geisel kaum aus dem Staunen herauskommt: japanisches Vokabular für die Teezeremonie, 200 somalische Ausdrücke für das Kamel, 100 kambodschanische Arten "ich" zu sagen etc. Kein Zweifel für Geisel: Der Autor kennt seine Materie, vor allem dann, wenn er die dargestellten Phänomene auch erläutert, ihren Hintergrund beleuchtet. Was dem Band laut Geisel allerdings fehlt, ist ein eine "übergeordnete Theorie".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.02.2021

Wunderbar, befindet Burkhard Müller, ist so ein Buch, das einem viele Sprachen zumindest "anekdotisch" nahe bringt. Er schwelgt in Wörtern, die vielen Vokabeln für Eis (nicht Schnee!) der Inuit, die verschiedenen Klicklaute afrikanischer Sprachen, 28 Demonstrativpronomen des Sirenikischen und über zwanzig Fälle des Ungarischen. Auch die eigene Sprache, das Deutsche, könne an Seltsamkeit gewinnen, lobt der Kritiker und befindet übrigens, dass auch der Verlust einer Sprache ein Gewinn für die Sprecher sein kann, weil nämlich der Gebrauch einer Majoritätsprache einen neuen Zugang zur größeren Welt eröffnet. Fasziniert wünscht er sich eine zweite Auflage des Buches, die dann mindestens "doppelt so dick" sein möge.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.01.2021

Rezensent Wolfgang Krischke scheint Spaß zu haben mit Harald Haarmanns "ethnolinguistischer" Reise bis zu den Sprechern des konsonantenreichen Ubychisch im Kaukasus oder zu den letzten 30 Muttersprachlern des Dyirbal in Australien. Dass Haarmann "kein Kuriositätenkabinett" vorstellt, sondern eine ernsthafte Untersuchung über die grammmatischen und semantischen Besonderheiten von 49 eher wenig bekannten Sprachen, möchte Krischke allerdings gleich hinzufügen. Komisch erscheinen all diese Sprachen ohnehin nur im Vergleich mit der eigenen Sprache, betont er. Das Buch mit seinen Erläuterungen "unumgänglicher" Fachtermini findet er gut lesbar auch für Laien.
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