Julia Cimafiejeva

Ich zerschneide die Geschichte

Lyrik und Collagen
Cover: Ich zerschneide die Geschichte
Edition Frölich, Berlin 2025
ISBN 9783911192071
Gebunden, 80 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Belarusischen von Tina Wünschmann. Zweisprachige Ausgabe. Was bleibt, wenn ein Leben aus der vertrauten Ordnung gerissen wird? Die belarussische Dichterin und Übersetzerin Julia Cimafiejeva verließ 2020 ihr Heimatland aus politischen Gründen. In Hamburg begann sie 2024, Papiercollagen zu gestalten - aus Spiel wurde Ernst, aus Schnitten wurden Metaphern. Denn Exil bedeutet, von der Schere der Geschichte ausgeschnitten zu werden. Die Collagen, montiert aus alten Büchern und Magazinen, fügen in absurden Kompositionen eine neue Welt zusammen. Begleitet werden sie von kurzen Gedichten, die keine Erklärungen liefern, sondern Hinweise - poetische Andeutungen einer zerschnittenen Identität auf der Suche nach neuem Sinn.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 14.11.2025

In einem muss Rezensentin Stephanie von Oppen der Lyrikerin Julia Cimefieva widersprechen: Dass diese keine "professionelle Künstlerin" sein soll, wie sie selbst von sich behauptet. So sorgfältig und kunstvoll gearbeitet, so tiefgreifend, so humorvoll und bewegend sind ihre Bildcollagen, findet Oppen, dass man sie getrost nicht nur eine Lyrikerin, sondern eben auch eine "fantastische Künstlerin" nennen kann. Mit ihren surrealistisch wirkenden Collagen hat die Belarusin eine neue Form gefunden, um ihre gegenwärtige Situation, ihr Leben im Exil ohne Zuhause auszudrücken: So wie sie Bilder oder Bildfragmente aus ihrem Kontext reißt und anders arrangiert so wurde auch sie aus ihrem "Alltag gerissen und auf eine neue Seite geklebt", wie sie in einem Gedicht schreibt, lesen wir. Ihren Bildern ist jeweils ein Gedicht im belarusischen Original und in der feinsinnigen Übersetzung von Tina Wünschmann zur Seite gestellt. Gemeinsam geben Bild und Lyrik einen tiefen und bewegenden Einblick in das Denken und Leben dieser Frau, so die Rezensentin.

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