Jutta Limbach

Der Wissenschaftler als Bürger und Beamter

Das Verhältnis von Wissenschaft und Politik
Cover: Der Wissenschaftler als Bürger und Beamter
Wallstein Verlag, Göttingen 2010
ISBN 9783835307667
Broschiert, 30 Seiten, 9,00 EUR

Klappentext

Im April 2009 warnte die WHO vor einem neuartigen Grippevirus und einer Pandemie mit Millionen von Toten. Die kontroversen Auskünfte der Wissenschaftler in den Medien verunsicherten die Bevölkerung zutiefst. Doch die Seuche verlief glimpflich und rund 30 Millionen Impfdosen blieben ungenutzt. Bund und Länder stritten über Millionenkosten. An diesem und anderen aktuellen Beispielen wie dem offenen Brief von 35 Staatsrechtslehrern zum Fall Nikolaus Brender oder dem Appell von Klimaforschern an den Kopenhagener Klimagipfel diskutiert Jutta Limbach, frühere Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, die Verantwortung, die mit der politischen Stellungnahme der Wissenschaftler zusammenhängt. Wie jedem Bürger in einem demokratischen Staat stehen einem Professor Rede-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit zu. Die Tragweite seiner politischen Meinungsäußerung ist jedoch oft weitaus größer als die eines beliebigen Bürgers. Ein Rückzug ins Private oder in den Elfenbeinturm ist für den in einer Demokratie wirkenden Wissenschaftler keine Alternative.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2011

Als ehemaliger Kollege im Zweiten Senat des Bundesverfassungsgerichts mit Jutta Limbach als Vorsitzender zweifelt Winfried Hassemer ein wenig daran, ob er der Richtige für die Rezension ihrer "Göttinger Rede" zur Frage des Verhältnisses von Wissenschaft und Politik ist, macht sich dann aber dann doch ans Werk. Gewichtige Fragen werden hier gestellt, nämlich inwieweit sich Wissenschaftler in der Politik zu Wort melden sollten, sie Teil der politischen Auseinandersetzung werden dürfen, stellt der Rezensent fest. Die Trennung von Politik und Wissenschaft, wie sie Max Weber proklamierte, ist jedenfalls längst überholt, so Hassemer. Eingehend würden der Einfluss und die Aufgaben der Wissenschaft auf soziale und politische Fragen dargelegt und die Argumente, die die Autorin für die politische Verantwortung von Wissenschaftlern anführt, seien überzeugend belegt, lobt er. Die Frage des "Ob" ist in den Augen des Rezensenten also hinlänglich geklärt, für das "Wie" findet er in diesem schmalen Bändchen komplexe und aktuelle Beispiele.
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