Aus dem Englischen von Conny Lösch. Wie erkenne ich meinen Selbstwert in einer Welt, die vor allem auf Gewinn aus ist? Wie könnte eine Gesellschaft aussehen, die nicht von Leistung und Selbstoptimierung, sondern von Nähe und Miteinander geprägt ist? Wie lässt sich Apathie in Hingabe und Neugier verwandeln? Antworten findet Kae Tempest in einer Politik des Mitgefühls und der schöpferischen Kraft: Wo Einsamkeit und Isolation um sich greifen, können Kunst und Kultur auf besondere Weise gemeinschaftsstiftend wirken und inniges Verbundensein spürbar machen - Verbundensein mit uns selbst, unseren Nächsten und dem gesellschaftlichen Umfeld.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.05.2021
Rezensentin Karin Janker nimmt das Erscheinen von "Verbundensein" sowie ihren Besuch beim ersten Auftritt von Kae Tempest nach dem Outing als non-binäre Person zum Anlass für ein Loblied auf Tempests Fähigkeit, durch Dichtung Mitgefühl zu erzeugen und durch Mitgefühl Verbindungen herzustellen. Genau um dieses Potenzial der Kunst gehe es auch in "Verbundensein": die Funktion der Kunst, gesellschaftliche Gräben zu überbrücken. Ein "ästhetisches und politisches Manifest" nennt Janker dieses Buch daher, in dem Tempest unter anderem von aufhaltsamen Versuchen erzählt, sich vor der eigenen Identität zu verstecken, und davon, welche Probleme und toxischen, nur vermeintlichen Problemlösungen dies mit sich brachte. Das Buch ist also zum einen Zeugnis einer schmerzhaften Identitätssuche oder vielmehr -annahme, zum anderen aber auch ein Appell für gegenseitiges Verständnis, für Empathie und gegen "identitätspolitischen Tribalismus" - gefasst in die schönsten und berührensten Worte, so die begeisterte Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.05.2021
Rezensent Stefan Michalzik lauscht der "Predigt" von Kae Tempest, inzwischen nonbinär und nicht mehr "Kate", mit Bedacht und Widerwillen. Von Erweckungserlebnissen durch Literatur und dem Kapitalismus hört er hier ebenso wie von Tempests psychischen, Drogen- und Identitätsproblemen. Besonders letzteres besticht laut Kritiker durch entwaffnende Offenheit, auch die exzellent von Conny Lösch ins Deutsch übertragene Sprache überzeugt durch Rhythmus und Poesie, ergänzt Michalzik. Insgesamt reicht der Inhalt dann aber doch mehr für einen Song als für einen Essay, schließt er.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…