Karl Abraham war ein einflussreiches Mitglied im engsten Kreis von vertrauten Kollegen rund um Freud. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Etablierung der Psychoanalyse als akzeptierter und respektierter Methode und bildete an seinem Berliner Institut bekannte AnalytikerInnen wie Melanie Klein aus. Von Ernest Jones als einer der besten klinischen Analytiker unter seinen Zeitgenossen bezeichnet, setzte sich Abraham mit Freuds Theorien auseinander und tauschte sich mit diesem brieflich darüber aus.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.07.2010
Lange musste Lothar Müller warten auf eine ungekürzte, philologisch verlässlische, gut kommentierte Ausgabe dieser Briefe in deutscher Sprache. Jetzt ist sie da, und entrissen der Zensur durch die Nachfahren, bietet sie dem Rezensenten die Chance, die Fixierung der Psycholanalyse auf Wien aufzulösen. In der Korrespondenz Freuds mit seinem Berliner Schüler und Kollegen Karl Abraham erscheint Müller dieser als wichtiger Organisationsfixpunkt und als Antipode zu C. G. Jung. Das Beziehungsverhältnis Freud-Abraham-Jung wird für ihn sichtbar. Müller liest über Mythenanalyse, Sintflutsagen und das Widerständige in seinen vielgestaltigen Ausprägungen. Nicht zuletzt begegnet ihm in den Briefen Abrahams die Metropole Berlin als Lebensraum.
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