In den vergangenen Jahrzehnten wurde Meditation weltweit zu einem Kernbereich moderner Spiritualität. Meditation und Moderne enthält die bisher ausführlichsten Analysen zur Geschichte dieses Phänomens. Als Hintergrund wird der Wandel der spirituellen Praxis vom Hochmittelalter bis zur Etablierung des neuzeitlichen Paradigmas von Meditation in Westeuropa nachgezeichnet. Die für die Moderne wichtigen Innovationen entstehen zunächst im außerkirchlichen Bereich mit Schwerpunkten in Nordamerika und Asien. Eine Schlüsselrolle spielt dabei im 19. Jahrhundert der Mesmerismus, der Okkultismus und New Thought sowie den modernen Yoga beeinflusst. Gemeinsam mit der Körperkultur-Bewegung wird in diesen Strömungen die Basis für die moderne Meditationskultur gelegt. Im 20. Jahrhundert setzen Reformbemühungen in den Großkirchen, in Philosophie und Psychotherapie den Trend zur Meditation fort. Das Bekanntwerden des Zen läutet die Meditationsbewegung der 1970er und 80er Jahre ein, mit deren Darstellung das Buch endet.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.03.2010
Wirklich beeindruckt ist Helmut Zander, mit welcher Materialfülle und mit was für überraschenden Erkenntnissen Karl Baier in seiner Geschichte der Meditation in Europa aufwartet. Quasi "aus dem Stand" habe der als Religionswissenschaftler an der Universität Wien und zugleich als Yogalehrer tätige Autor ein Standardwerk für ein weitgehend unerkundetes Gebiet geschaffen, preist der Rezensent. Mit Erstaunen liest der Rezensent, dass sich die Meditation, nachdem sie bis zum 18. Jahrhundert in Europa nahezu verschwunden war, eine Erneuerung aus dem Mesmerismus erfuhr und nicht etwa asiatische Einflüsse aufnahm. Auch Baiers Erläuterung zur "'indischen' Theosophie" der Madame Blavatsky macht Zander deutlich, dass die maßgeblichen Einflüsse für ihre Meditationslehren nicht aus Asien, sondern wieder aus dem westeuropäischen Mesmerismus stammten. Der zweite Band nimmt sich dann dem 20. Jahrhundert an und spätestens hier wird dem Rezensenten klar, dass die Meditationsbewegung von Außenseitern initiiert wurde, wie er interessiert feststellt. Damit sei Baiers Buch auch eine Augen öffnende "Geschichte der kulturellen Machtfaktoren in Europa", lobt der begeisterte Rezensent, der findet, dass bei einer derartigen Stoffmenge über Einzelfehler großzügig hinwegzusehen ist.
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