Aus dem Amerikanischen Frank Brown. Die Welt ist zunehmend undenkbar geworden: Umweltkatastrophen, Pandemien, und am Horizont grinst die Fratze des Aussterbens der Menschheit. Angesichts dieser Szenarien sind neue Weltbetrachtungen vonnöten. Der Philosoph Eugene Thacker taucht dafür ein in die Horrorwelten in Literatur, Film, Comics und Musik und lotet die Grenzen der Verstehbarkeit unserer Welt aus. Für ihn ist Philosophie keine akademische Logikübung, stattdessen integriert er Okkultismus, Dämonologie und Mystik und zeigt nebenbei, dass Horror viel mehr ist als prickelndes Gruseln und Kunstblut.
Laut Rezensent Stefan Hochgesand widmet sich der Philosoph und Professor für Medienstudien Eugene Thacker in diesem Buch der Frage, warum wir so gerne Geschichten vom Ende der Menschheit streamen und lesen. Dass der Autor erklärt, es falle dank fiktiver Endzeitszenarien leichter, über eine Welt ohne Menschen zu philosophieren, findet der Kritiker noch überzeugend. Auch haben ihn Thackers scharfsinnige Popkulturanalysen durchaus beeindruckt. Wenn es nach Hochgesand ginge, hätte der Autor es dabei aber belassen sollen, denn sein daraus abgeleitetes "Plädoyer für ein Revival der Mystik als philosophischer Disziplin" findet er so unsinnig wie unnötig.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 06.03.2020
Rezensent Hans von Trotha kann Eugene Thackers im Original bereits 2011 erschienenem Buch einiges abgewinnen. Dass sich der Autor gern mit Nihilismus und Pessimismus befasst und mit dem Horror, merkt Trotha dem Buch an. Nun aber sucht Thacker laut Rezensent nach neuen gedanklichen wie sprachlichen Formen zum Verständnis unserer Welt. Thackers Gegenwartsanalyse, halb philosophischer Diskurs, halb Analyse literarischer und filmischer Horrorvisionen, scheint dem Rezensenten aktuell. Sie führt ihn an die Grenzen des Sagbaren und hin zur Idee von einer neuen Mystik.
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