Herausgegeben von Oliver Immel Die Fragen nach den Aufgaben, den strukturellen Veränderungen und dem gesellschaftlichen und politischen Stellenwert der Universität waren für Karl Jaspers über 45 Jahre hinweg Gegenstand philosophischer und sozialkritischer Reflexion. Hierfür steht neben 13 veröffentlichten Vorträgen, Aufsätzen und Interviews vor allem die 1923 erstmals publizierte, dann 1946 neu konzipierte und zuletzt 1961 gemeinsam mit Kurt Rossmann in die damaligen Reformdebatten eingebrachte Schrift Die Idee der Universität. Durch die Verortung der Universität im Kontext von Wahrheit, Freiheit und Frieden avancierten Jaspers' Texte zur Universitätsidee zu einem Plädoyer für politische Freiheit, Demokratie und Humanismus, das in den aktuellen Diskussionen um Gestalt, Aufgaben und Ziele der Universität seinesgleichen sucht. Der vorliegende Band versammelt erstmals sämtliche von Jaspers selbst veröffentlichten Texte zur Universität. Der Kommentar gibt Einblicke in inhaltliche Zusammenhänge, die zeitgeschichtlichen Kontexte sowie die Genese der einzelnen Schriften.
Rezensent Thomas Meyer rät dringend zur Wiederentdeckung des Philosophen Karl Jaspers, der einst zu den prominentesten Intellektuellen der Bundesrepublik gehörte. Da kommt die nun geplante Gesamtausgabe der Werke Jaspers gerade recht, findet der Kritiker - wenngleich er nicht versteht, weshalb die Herausgeber mit Jaspers "Schriften zur Universitätsidee" beginnen. Zwar entdeckt Meyer hier neben der Erstschrift von 1923 auch die Umarbeitungen von 1946 und 1961, die "umstrittenen" Thesen von Juli und August 1933 vermisst er hier allerdings. Mit der Einleitung der Herausgeber ist der Kritiker zufrieden; bis die Gesamtausgabe vollständig vorliegt, greift er aber lieber zu den ebenfalls gerade erschienenen "Korrespondenzen" Karl Jaspers.
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