In sechsundzwanzig Geschichten erzählt Katharina Faber von Liebenden und der Tyrannei der Zeit. Sie erzählt vom doppelten Gesicht einer Zeit, die alles tötet, die alles mit sich reisst. Oder versöhnt in der Erinnerung und tröstet durch ihr allmähliches Vergehen. Ein alter Mann streicht für seine tote Frau die Wohnung neu und bekommt Post von ihr. Ein ewig junges Wesen verfolgt wie rasend einen gealterten Geliebten. Sie will nicht, dass bei ihm die Wunde heilt. Eine andere sinkt glücklich und wirr in einen kurzen morgendlichen Schlaf. Ein Junge sucht im ganzen Haus nach seiner Freundin und findet sie in allen Zimmern - mit fremden Menschen aus einer Zukunft, in der er nicht mehr vorkommt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.09.2005
Katharina Faber gelingt etwas Seltenes, lobt Alexandra Kedves: Sie findet "frische Worte" für die Liebe. "Melodiöse und melodramatische, handkantenharte und herzmuskelweiche". Nicht durchgängig, aber immer wieder aufs Neue. Das kommt von der Liebe zu ihnen, den Wörtern. Und die Wörter kommen zur Liebe, berühren sie, nehmen etwas mit und bringen sie zur Sprache: "typische kleine Szenen aus dem Repertoire der Geschlechterbeziehungen". Aber sind das jetzt eigentlich Kurzgeschichten? Oder "Prosa-Träumereien"? Egal - schön sind sie!
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