In einem UN-Camp in der Westsahara treffen sie zusammen: Männer und Frauen aus den reichen Ländern, die als Beobachter ein Referendum organisieren sollen. Einer von ihnen ist Frank. Unter der prallen Wüstensonne, die alles zum Flirren bringt, plätschern die Tage dahin. Nachts wird Dattelschnaps getrunken. Schmuggel, Drogen und Prostitution bestimmen das Lagerleben. Sandstürme erzeugen Schimären von Hoffnung und Wahn. Bis Duncker, ein Architekt mit kühnen Plänen auftaucht und in Franks Wohncontainer einzieht. Duncker erinnert Frank an jenen Mann, den er vergessen wollte. Und schlimmer: mit Duncker kommt die Erinnerung an Alma, Franks grosse Liebe, mit der er sich einst ins Leben aufmachte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.04.2009
Laut Rainer Moritz hätte der Roman von Daniel Goetsch durchaus Potential gehabt, das aber wurde zu seiner großen Enttäuschung restlos verspielt. Der 1968 geborene Autor erzählt vom Rechtstheoretiker Frank, der als Beobachter in ein UN-Camp in die West-Sahara reist und dort, in der Sinnlosigkeit, Eintönigkeit und Verzweiflung des Lagerlebens mit der eigenen Vergangenheit konfrontiert wird, erfahren wir. Nicht nur der politische Hintergrund, sondern auch die Gegenüberstellung von afrikanischer Gegenwart und schweizerischer Vergangenheit hätte Stoff für ein fesselndes Buch bereitgehalten, so Moritz überzeugt. Deshalb bedauert er es umso heftiger, dass Goetsch seine Geschichte in Klischees, schiefen Metaphern und Gemeinplätzen ertrinken lässt und durchweg zuviel auffährt, wo er mit erzählerischer Ökonomie viel mehr erreicht hätte.
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