Leonhard Frank gehört zu den bedeutenden Autoren der Weimarer Republik. In ärmsten Verhältnissen in Würzburg geboren, kämpfte er sich ohne höhere Schulbildung nach oben. Sein Traum, Maler zu werden, führte ihn nach München, wo in Schwabing sein Leben als Bohemien und Weggefährte u. a. von Erich Mühsam, Alfred Döblin, Erich Kästner, Billy Wilder, Thomas Mann und Heinrich Mann begann. Immer wieder erhob der Verfasser des aufsehenerregenden Erzählungsbandes "Der Mensch ist gut" seine Stimme für Frieden, Gerechtigkeit und Menschlichkeit, selbst dann, wenn es hieß, dafür alles aufs Spiel zu setzen: Als einer der wenigen deutschen Schriftsteller musste er gleich zweimal ins Exil gehen, im Ersten Weltkrieg und während der NS-Zeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.12.2020
Rezensent Jakob Hessing liest Katharina Rudolphs Biografie über den Schriftsteller Leonhard Frank mit Gewinn. Wie Frank Leben und Werk, die sich zwischen Kaiserreich und früher BRD entwickelten, zwischen Fakt und Fantasie gestaltete, scheint Hessing Stoff für spannende Lektüre zu sein, zumal die Autorin die recherchierten Daten unterhaltsam wiederzugeben weiß, wie der Rezensent zu verstehen gibt. Hessing erkennt, wie sich Epoche und Werk ineinander spiegeln und lernt die Grenzlinien zwischen Wunsch und Wirklichkeit in Franks Werk, bei seinem literarischen Alter Ego, aber auch hinsichtlich seines Selbstverständnisses als Sozialist mit Faible für gutes Essen und teure Kleidung kennen. Dass die Autorin, indem sie all dies zeigt, nichts verklärt, gefällt Hessing.
Rezensent Oliver Pfohlmann hält Katharina Rudolphs Biografie über den in der Weimarer Zeit bekannten Schriftsteller Leonhard Frank für überfällig. Dass die Autorin erstmals systematisch sämtliche Quellen erschließt und Dichtung und Wahrheit in Franks Autobiografie voneinander scheidet, findet Pfohlmann verdienstvoll. Zu begutachten sind laut Rezensent Leben und Werk eines widersprüchlichen, komplexen Künstlers, wie auch Franks Exilzeit und seine Abwendung von seinen sozialistischen Weggenossen zugunsten einer extravaganten Lebensweise, was der Buchtitel laut Pfohlmann schon andeutet.
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