Katja Kullmann

Stars

Roman
Cover: Stars
Carl Hanser Verlag, München 2025
ISBN 9783446282469
Gebunden, 256 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Ein Hochstaplerinnenroman zwischen Astroglamour und Angestelltenödnis. Carla Mittmann, einst hoffnungsfrohe Philosophiestudentin, hat ihr Leben in der Serviceabteilung einer Möbelfirma geparkt. Nebenher betreibt sie eine Horoskop-Website - aus Spaß, als Zuverdienst, Schicksalsglauben liegt ihr fern. Doch dann steht ein Schuhkarton vor ihrer Tür, darin zehntausend Dollar, Absender unbekannt. Sie ergreift die Chance, setzt alles auf eine Karte, steigt in großem Stil ins Astrobusiness ein - und da ist er endlich, der Erfolg. Schnell wird sie zur gefragten Starastrologin und bewegt sich in höchsten gesellschaftlichen Sphären, bis sie sich plötzlich nicht mehr sicher ist: Lenkt sie die Sterne oder lenken die Sterne sie?

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.05.2025

Rezensent Andreas Rüttenauer freut sich über einen temporeichen, überzeichneten und damit ziemlich spaßigen Roman von Katja Kullmann, die bislang eher Sachbücher geschrieben hat: Die Protagonistin Carla Mittmann wollte eigentlich promovieren, ist dann aber exmatrikuliert worden, jetzt verdient sie ihr Geld mit einem Job, den es eigentlich gar nicht gibt, sie ist "Astrophilosophin." Diese Position nutzt sie, um wohlhabenden Leuten ihren übertriebenen Wohlstand abzuknöpfen, was von Kullmann bildreich geschildert wird. Rüttenauer freut sich vor allem, wie sie mit einer "Lust am Überzeichnen" stereotype BWLer und wohlstandsverwahrlose Hippies in Szene setzt. Ihre Hauptfigur Carla hatte sich früher nie vorstellen können, dass uns die Sterne etwas zu sagen haben, aber je länger sie sie ausdeutet, desto logischer kommt es ihr vor, erfahren wir. Und auch die sie umgebende Gesellschaft steigt voll darauf ein, was dem Buch eine politische Dimension verleiht, die den Kritiker ebenfalls überzeugt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 08.05.2025

Viel los ist nicht mit diesem Buch, findet Rezensent Jörg Magenau. Katja Kullmann stellt Carla Mittmann ins Zentrum ihres Romans, eine Frau, die aus einer Laune heraus ihr Hobby, die Astrologie, zum Beruf macht und damit Erfolg hat, obwohl sie selbst gar nicht an die Macht der Sterne glaubt. Fast so wie Kullmann selbst, findet Magenau, auch sie ist für ihn eine Schriftstellerin, die sich vor allem über ihren Erfolg definiert. Die Handlung des Romans, die mit einem zerbrochenen Fenster beginnt, erwähnt Magenau nur nebenbei, viel wichtiger ist hier, findet er, das ewige oberflächliche Geschwätz der Erzählerin, in dem gelegentlich wohlfeile Gedanken über den Zufall und ähnliche Themen aufblitzen. Literatur schaut anders aus, findet der enttäuschte Rezensent.

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