Knochenarbeit - gibt's die noch? Überall in Deutschland stehen riesige Hallen, in denen Arbeiter für einen Hungerlohn versuchen, mit dem Tempo des Fließbands mitzuhalten, wo es kalt und feucht ist und der Chef sich als Diktator aufspielt. Frank Hertel, der schon als Leiharbeiter, Möbelpacker und Regalauffüller arbeitete, zeigt eine Wirklichkeit, von der wir nichts wissen wollen. Er porträtiert Menschen, die keine andere Arbeit finden, aber von denen der Wohlstand unserer Gesellschaft abhängt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2010
Der Vater der Sozialreportage, Günter Wallraff, wendet sich in seiner Kritik einem Nachfolger zu. Frank Hertel hat, wie der Rezensent betonter Weise auch, als Billiglöhner in einer Industriebäckerei gearbeitet und seine Erfahrungen in seinem Buch "Knochenarbeit" festgehalten. Allerdings zeigt sich der Rezensent ganz und gar nicht zufrieden, denn er vermisst die anschauliche Schilderung seiner Erlebnisse, die ein Bild von den Zuständen in derartigen Fabriken liefern könnten. Zudem hätte sich Wallraff eine vorurteilslosere Betrachtung der "Alteingesessenen im Prekariat" gewünscht, hier meint er Ressentiments zu spüren. Auch mit seinen politischen Schlussfolgerungen macht es sich Hertel in den Augen des Kritikers "zu einfach" und zu dessen Unmut gar nicht den Versuch, die Strukturen hinter den Arbeitsbedingungen zu ergründen. Sehr bedauerlich für Wallraff, der dem Autor durchaus "Talent" zuschreibt und insgesamt mehr erwartet hätte.
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