Katastrophen wie Stadtbrände, Überschwemmungen, Stürme oder Hungersnöte bedrohten fortwährend die mittelalterliche Lebenswelt. Sie bedeuteten den Tod tausender Menschen oder vernichteten ganze Landstriche. So legten verheerende Feuersbrünste Stadtviertel in Asche, Siedlungen versanken in Sturmfluten, und die regelmäßigen Hungersnöte forderten ihre Opfer. Anhand zahlreicher Beispiele aus Westeuropa schildert der Autor den Umgang der Zeitgenossen mit der ständigen Gefahr. Dabei zieht er auch bisher kaum erschlossene Quellen heran. So werden Kontinuität und Wandel im Verhalten der Menschen vom 8. bis zum 16. Jahrhundert deutlich.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.06.2003
Seuchen und Naturkatastrophen trafen eine analphabetische Bevölkerung im Mittelalter hart und unvorbereitet. In Ermangelung anderer Kenntnisse - und auch von der Kirche so gepredigt - sah man in den Unbilden die Strafe Gottes für ein ungefälliges Leben. Erstmals widmet sich nun ein Buch der materiellen und mentalen Bewältigung von Katastrophen durch die einfache Bevölkerung, meint Florian Welle zu dem Buch, dessen Verdienst es sei, hier einen ersten Schritt getan zu haben. Ansonsten fällt sein Urteil eher gespalten aus. Leider würden in dem ersten Band, der sich den Naturkatastrophen widmet die meisten Quellen nur nacherzählt und kämen in den seltensten Fällen selbst zu Wort. So sei es zwar "für den historisch interessierten Laien leicht konsumierbar, enthält dem Leser aber die Wortgewalt mittelalterlicher Kleriker im Angesicht des Todes vor. Der zweite Teil, der sich mit den mittelalterlichen Seuchen beschäftigt sei da schon besser. Hier präsentiere er eine gelungene Mentalitätsgeschichte.
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