Herausgegeben vom Bundesverwaltungsgericht unter Mitwirkung des Georg-Jellinek-Zentrums für Staatswissenschaften und moderne Verwaltung der Universität Leipzig. Mit Abbildungen. Das vorliegende Buch untersucht in 20 Beiträgen verschiedener Autorinnen und Autoren die ersten sechs Jahre des Bundesverwaltungsgerichts seit dessen Gründung. Es möchte einen Beitrag zu einem besseren Verständnis der bei Errichtung des Gerichts herrschenden historischen, gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen leisten. Aufgezeigt werden Brüche und Kontinuitäten in der Rechtsprechung und bei den handelnden Personen in Anbetracht der nur wenige Jahre zurückliegenden NS-Zeit. Auch der Stellung des Gerichts im föderalen System, der Standortfrage, sowie der Personalpolitik und -gewinnung wird der notwendige Raum eingeräumt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.04.2025
Rezensent Klaus Ferdinand Gärditz liest mit dem Sammelband zur "Geschichte des Bundesverwaltungsgerichts" ein vorbildliches Beispiel dafür, wie Rechtwissenschaft und Geschichtswissenschaften zusammen arbeiten sollten, um aufschlussreiche und umfassende Institutionengeschichte zu schreiben. Im Auftrag des Bundesverwaltungsgerichts, genauer gesagt seines ehemaligen Präsidenten Klaus Rennert beleuchten die sechs Mitwirkenden in Kooperation mit den Geschichts- und Rechtswissenschaften der Universität Leipzig die Voraussetzungen, die Schwierigkeiten und Herausforderungen, mit der die Gründung und Frühzeit des Bundesverwaltungsgerichts nach dem Krieg verbunden war, erklärt Gärditz. Dabei versäumen sie es nicht, auch die Bedeutung der Entscheidungen des Gerichts in diesen ersten Jahren zu analysieren, lesen wir. Angemessen detailliert und präzise, mit "eindrucksvoller Farbtiefe und Lebendigkeit" arbeiten sie Ambivalenzen heraus und erzählen so eine vielschichtige, engagierte Geschichte der Entstehung des BVerwG und seiner Funktion für die freiheitliche demokratische Grundordnung, lobt der Rezensent.
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