Klaus Modick

Klack

Roman
Cover: Klack
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2013
ISBN 9783462045154
Gebunden, 224 Seiten, 17,99 EUR

Klappentext

Die Agfa Clack hat alles dokumentiert: Bilder aus dem Jahr, in dem für den Bürgersohn Markus in der norddeutschen Provinz alles anders wurde - weil Clarissa aus Apulien in sein Leben trat. Klaus Modick erzählt unterhaltsam, detailgetreu und farbecht, wie es sich angefühlt hat, zwischen Mauerbau und Kubakrise verliebt zu sein. Markus hat es eigentlich gut. Auch seine Familie hat teil am westdeutschen Wirtschaftswunder, man kann sich wieder etwas gönnen, sogar ein Fernseher ist angeschafft worden - und doch hat er zu leiden: an der tyrannischen Großmutter, den immergleichen Kriegserzählungen des Vaters, den autoritären Lehrern am Gymnasium, vor allem aber an unerwiderten Gefühlen. Mit Lust am Detail, großer erzählerischer Kraft und viel Humor fängt Klaus Modick die Stimmung einer entscheidenden Phase der bundesdeutschen Geschichte ein.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.06.2013

Einen etwas ambivalenten Eindruck hat Klaus Modicks Roman über das Leben in der norddeutschen Provinz in der Wirtschaftswunderzeit bei Christoph Schröder hinterlassen. Die Geschichte um den pupertierenden Markus, der sich in die Tochter einer italienischen Gastarbeiterfamilie verliebt, hat für ihn hohen Wiedererkennungswert. Wie Modick Bilder, Mythen und Vorstellungswelt der Nachkriegszeit evoziert, findet er sehr gelungen. Dennoch ist ihm das "nostalgische Wohlbefinden", das der Roman bis in die Sprache hinein verbreitet, irgendwann zu viel. Der Versuch des Autors, das naive Erzählen des Protagonisten durch Einschübe des erwachsenen Erzählers brechen und zu reflektieren, um so das Klischee zu vermeiden, führt nach Ansicht von Schröder allerdings immer mal wieder zu Allgemeinplätzen. Nichtsdestoweniger attestiert dem Buch eine Menge "starker Momente".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.05.2013

Von norddeutscher "Behäbigkeit und Spökenkiekerei" sind Klaus Modicks Romane weit entfernt, versichert Walter Hinck. Das liege vor allem an den brillanten Einfällen und dem "saloppen" Humor des Autors, glaubt der Kritiker, der sich in Modicks neuem Roman "Klack" ins Jahr 1962 begibt. Anhand von alten Fotos erzähle der Autor von den Erlebnissen einer westdeutschen Familie am Rande der weltpolitischen Ost-West-Spannung. Und so begegnet Hinck neben der "bürgerlich-stockkonservativen, prüden und fremdenfeindlichen" Großmutter und dem noch immer unter den Erinnerungen an den Russland-Feldzug leidenden Vater vor allem der pubertierende Erzähler Markus, der gegen das Regiment der Großmutter mit seiner Liebe zur Tochter des italienischen Eisdielen-Besitzers rebelliert. Während der Rezensent von den zahlreichen im Text auftretenden Schlagern und Geschehensberichten ganz begeistert ist, hat er bisweilen das Gefühl, dass sich Modick mit dem umgangssprachlichen Erzählton übernommen hat.

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