Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.08.2007
Martin Meyer begrüßt Konrad Paul Liessmanns Essay über die umfassende gesellschaftliche Ausrichtung auf die Zukunft. Mit Zustimmung quittiert er die Diagnose vom Schwund an Gegenwart und die Kritik an einem Heute, das das Leben im Hier und Jetzt mit Trägheit assoziiere und negativ bewerte und fordere, immer auf dem Sprung zu sein, jeder Art von Konkurrenz vorauszugreifen und das - bisher - Undenkbare zu antizipieren. Er unterstreicht Liessmanns Sorge angesichts der von der Beschleunigung des Lebens in der globalisierten Welt der Spätmoderne forcierten "Gegenwartsschrumpfung". Andererseits ist der Mensch für Meyer "anthropologisch" auf Zukunft ausgelegt, schon wegen seines Wissens um die eigene Sterblichkeit. Auch scheint ihm Liessmann die produktiven Energien, die sich aus der Ausrichtung auf die Zukunft ergeben, bisweilen ein wenig zu unterschätzen. Gleichwohl wünscht er sich für die Gegenwart eine Gelassenheit, die um das Verschwinden alles Bestehenden wisse, darin ihren Trost erfahre und das Bedürfnis anerkenne, "um so fröhlicher oder jedenfalls fester in der Gegenwart sich umzutun". Hier gibt es in Meyers Augen jede Menge zu tun.
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