Mit 13 Zeichnungen von Ingrid A. Schmidt. Drei Anekdoten vom Leben am äußersten Rand der jüngeren deutschen - und schließlich zugespitzt: West-Berliner Geschichte, gewissermaßen aus dem Koffer der Pandora. Die spröde Titelerzählung handelt vom Bleiben-Dürfen und Bleiben-Wollen armenischer Flüchtlinge (vor dem türkischen Völkermord während des ersten Weltkriegs) im Deutschland des Jahres 1934; die anderen beiden - fabulierfrohe, groteske Krulliaden - spielen im 60er-Jahre-Berlin, kurz nach dem Bau und im Schatten der Mauer, im schrägen Milieu zwischen Kreuzberger Weltlaterne und Paris-Bar.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.01.2006
Erstaunlich findet Paul Jandl das Alter - 81 Jahre - des mit diesem Band debütierenden Autors. Und noch erstaunlicher scheint ihm das sichere Gelingen, mit dem Krikor A. Melikyan hier drei autobiografisch gefärbte Geschichten aus den dreißiger, sechziger und achtziger Jahren erzählt. Melikyan hat als Schauspieler und Regieassistent mit Legenden wie Gustav Gründgens und Erwin Piscator gearbeitet - und beweist nun seine Qualitäten als Erzähler, der "mit wenigen Strichen Atmosphäre zu erzeugen" versteht. Es geht in den Texten um einen kalten Winter im Kalten Krieg des Jahres 1963, um den Abschied armenische Freunde im Jahr 1934 und um das Berliner Boheme-Leben der Achtziger. Sie haben den Rezensenten durchweg überzeugt.
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