Herausgegeben von Sebastian Gehrig, Barbara Mittler und Felix Weinheuer. Nach 1968 brach in der Neuen Linken Europas ein regelrechtes Mao-Fieber aus. Der Weg derjenigen, die der maoistischen Utopie ihr Leben widmeten, führte an der gesellschaftlichen Realität vorbei und hinterließ, wie Gerd Koenen es ausdrückt, ein "schwarzes Loch" in der eigenen Biographie. Tausende Akteure, einige von ihnen heute Teil der gesellschaftlichen Eliten, waren und sind von diesem Scheitern betroffen und müssen bei der Rekonstruktion ihrer Lebensläufe damit umgehen. Dieser Band untersucht, warum sich in den 1970er Jahren so viele Menschen für die chinesische Kulturrevolution begeisterten. Wie unterschiedlich konstruierten sich die Linken im deutschsprachigen Raum ihren Maoismus und ihre Kulturrevolution? Warum konnte der chinesische Sozialismus sowohl in der Kommune I, als auch in den K-Gruppen oder der frühen RAF überhaupt zum Bezugspunkt werden? Wie erinnern sich Zeitzeugen heute an ihre maoistische Vergangenheit?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.06.2008
Als linksliberal und aufrührerisch, wie Michael Naumann es bezeichnete, möchte Lorenz Jäger das selige "Kursbuch" nicht in Erinnerung behalten. Besser gefällt ihm die Einschätzung von Laura K. Diehl, die es in ihrem Beitrag zu diesem Band als Zentrum des Maoismus im deutschsprachigen Raum begreift. Dem Rezensenten offenbart diese Lesart zusammen mit weiteren untersuchten Essays von Peter Schneider etwa die Bedeutung des europäischen Maoismus, die spätere Reue seiner Protagonisten angesichts der Greuel der chinesischen Kulturrevolution sowie die "Aufmerksamkeitsgewinne der Maoisten". Was Jäger in diesem "schönen" Buch vermisst, ist die Kunst. Immendorff und Godard, meint er, hätten die Faszination dieser "exotischen Doktrin" ganz gut abgebildet.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Jana Hensel: Es war einmal ein Land In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…