Tilman Spengler

Made in China

Roman
Cover: Made in China
Transit Buchverlag, Berlin 2021
ISBN 9783887473822
Gebunden, 240 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Leo Zwirn, sowjetischer Kulturexperte und Lebenskünstler, wird Anfang der 60er Jahre nach China strafversetzt. Nach dem Bruch der chinesisch-sowjetischen "Freundschaft" müssen alle Experten zurück in die UdSSR - außer Zwirn, der an ein von aller Welt vergessenes Museum in Xi'an, der alten Kaiserstadt, "delegiert" wird. Es ist die Zeit der Kulturrevolution, das Museum soll als "rückwärtsgewandte Institution" geschlossen werden. Um dies zu verhindern, finden sich im Museum Mitstreiter, die mit gewiefter Taktik und Phantasie diesen Beschluss zu unterlaufen versuchen. Mit der Wahrheit muss unkompliziert umgegangen werden. Ein sensationeller Fund, nämlich abstrakte Zeichnungen des frühen Mao Zedong, taucht auf, der im Museum wirkungsvoll präsentiert wird. Aber sind sie tatsächlich echt? Und wie lässt sich der misstrauische, skrupellose und machthungrige Politkommissar, der "Stählerne Wu", in ein weiteres Projekt einbinden, durch das ein kunsthistorisches Weltwunder herbeigezaubert werden könnte: Das Entstehen der unsterblichen Armee von Terrakottakriegern, die von der Überlegenheit des chinesischen Volkes kündet und ganz nebenbei dem Tourismus, der "Industrie ohne Rauch", einen global bewunderten Aufschwung verschafft.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.03.2021

Rezensent Mark Siemons findet Gefallen an Tilman Spenglers Roman, der ihn in das China der 60er und 70er Jahre führt, mitten in die Kulturrevolution, wo sich dank des Raffinements des Autors Fakt und Fiktion bald ununterscheidbar vermengen. An der Hand eines sowjetischen Beraters für kulturelle Angelegenheiten begegnet Siemons absurden Zusammenhängen, zwischen Militär und Kunst etwa, einer Fake-Terrakottaarmee und einer ganz realen Phalanx maoistischer Bürokraten. Siemons zieht Parallelen zum heutigen China und zur Fake-Kultur. Am besten gefällt ihm der Auftakt des Romans, im weiteren, meint er, geht die Handlung etwas aus dem Leim, aber insgesamt fühlt er sich intelligent unterhalten.
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