Die Wehrmacht ist weitgehend erforscht, und doch ist ihr Bild bis heute umstritten. Jürgen Förster bietet eine kurzgefasste, auf profunder Akten- und Literaturkenntnis beruhende Darstellung dieser militärischen Organisation. Beginnend bei der Reichswehr untersucht er ihre strukturelle Entwicklung bis hin zur Wehrmacht als tragender Säule des Dritten Reiches. Der Einfluss der NS-Politik, das Verhältnis zur SS, die personelle Elite in der zweiten Kriegshälfte, der 20. Juli 1944 als strukturelle Zäsur und Hitler als militärischer Führer sind weitere Themen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.07.2007
Überaus beeindruckt zeigt sich Rezensent Michael Salewski von Jürgen Försters Buch über die Wehrmacht. Das Werk wirkt auf ihn zunächst wie eine weitere eher "trockene administrative Geschichte der Wehrmacht". Doch der erste Eindruck täuscht. Denn die Kernaussage des Buchs hat es für Salewski in sich, berührt sie doch die grundlegenden Thesen der deutschen Militärgeschichte: Förster zeigt in seinen Augen, dass die Wehrmacht keinesfalls nur eine wie auch immer stützende Funktion für das NS-Regime hatte, sondern es geradezu konstituierte. Wehrmacht und NSDAP bildeten demnach "ein einziges Fundament". Hitler habe die Bedeutung der Wehrmacht für seine eigene Macht von Anfang an gesehen und dementsprechend gehandelt. Salewski bescheinigt dem Autor, seine Thesen in einer "unaufgeregten Art" mit zahlreichen Beispielen zu belegen und dabei auch Einsichten und Literatur heranzuziehen, die in der jungen militärgeschichtlichen Forschung bereits weitgehend vergessen sind. Trotz "mancher Ungereimtheit", die eine weitere Beschäftigung mit dem Thema erforderlich macht, hat Salewski das Buch überzeugt.
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