Aus dem Englischen von Susanne Somm. Laurie Penny, angry young woman und Star der englischen Bloggerszene, stellt die versteckten Strukturen der Verdinglichung bloß, die den Marktstrategien, mit denen Frauenkörper entmachtet und kontrolliert werden, zugrunde liegen. In Kapiteln zu Sexualität, Prostitution, Essstörungen, Konsum und Hausarbeit etwa werden Faktoren dargestellt, die für den Handel mit dem weiblichen Fleisch als sexuelles und soziales Kapital von Bedeutung sind. "Fleischmarkt" ist ein Stück feministischer Dialektik, das den Körper der Frau als sexuellen Stützpunkt des kapitalistischen Kannibalismus offenlegt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.10.2012
Laurie Penny wollte keine wissenschaftliche Abhandlung über die gesellschaftliche Ausbeutung des weiblichen Körpers schreiben, weiß Antonia Kurz, weswegen sie gar nicht erst überprüft, wie politisch korrekt "Fleischmarkt" ist. Denn dieses wütende Manifest soll unter Frauen ein Bewusstsein für die eigene Unterdrückung schaffen, um ihnen den Ausbruch daraus zu ermöglichen. Es richte sich gleichermaßen gegen simple Schönheitsideale wie komplexe gesellschaftliche Repression. Dass die spätkapitalistische Gesellschaft durch den Ausbruch der Frauen aus ihrer unterstellten Unmündigkeit gleich mit in die Brüche gehen werde, findet die Rezensentin zumindest eine steile These der Autorin.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.04.2012
Die anhaltende Feminismusdebatte findet in einem Klima statt, in dem als unemanzipiert angesehen wird, wer über Frauenunterdrückung klagt oder in den allgegenwärtigen sexistischen Klischees unserer Kultur nicht bloß postmoderne Posen sieht, mit denen es souverän zu spielen gilt, so Sabine Rohlf. Umso entzückter ist die Rezensentin über den Furor, mit dem die 25jährige britische Bloggerin und Guardian-Kolumnistin Laurie Penny in "Fleischmarkt" den alltäglichen Sexismus des Mainstreams offenlegt, vom Kapitalismus über die Medien bis hin zu verbreiteten Essstörungen. Penny, selbst Ex-Anorektikerin, sei dabei ebenso pointiert wie präzise, schreibt Rohlf, eine junge Autorin, "die den Nerv für klare Worte hat und sich eine bessere Welt immerhin vorstellen kann".
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