Levin Westermann

bezüglich der schatten

Gedichte
Cover: bezüglich der schatten
Matthes und Seitz, Berlin 2019
ISBN 9783957577818
Gebunden, 130 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Wir folgen einem Fuchs durch die Dämmerung der Welt. Wir hängen im Fels. Der Haken, der uns hält, ist rostig rot. Ein Mammut schließt die Augen, die Käfigtür steht offen und die Engel haben Angst. "Sie fliegen / und fallen, fliegen / und fallen, / prallen / unausweichlich / immer wieder / auf das Eis." Levin Westermanns Gedichte befragen die Trauer, sie bewegen sich durch Räume, in denen Meere steigen und Küsten verschwinden, die Erinnerung verschwimmt. "Ich habe / keinen Namen, habe keine Stimme, habe nur zu tun, / was man mir sagt." Ein Sarkophag senkt sich auf das Haus des Admetos und wer trägt jetzt die Schuld? Denn auf den Verlust folgt immer: die Schuld. Was hätte sein können? Und was kam vor dem Fall? "du legst die hände / flach auf den tisch. / du sitzt / ganz still und langsam / wird es hell."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.02.2021

Rezensent Christian Metz empfiehlt, die in zwei Bänden erschienenen Essays und Gedichte von Levin Westermann parallel zu lesen. Denn beide sind eng miteinander verzahnt, fährt der Kritiker fort, der sowohl in den essayistischen als auch in den poetischen Texten bewundert, mit welchem Erfindungsreichtum der Autor Verbindungslinien zwischen Menschen, Tieren, Dingen und Artefakten zieht. Auch motivisch macht der Kritiker immer wieder Parallelen aus, kommt dann aber doch vor allem auf Westermanns Lyrik zu sprechen: Wenn der Autor hier in drei Zyklen Identitätsfragen nachgeht, dabei mit viel Fantasie und Magie von Klimakrise, Migration, Krieg und Vertreibung erzählt und in eine "Sprachlandschaft" jenseits unser Logik führt, kommt Metz zu dem Schluss: "Brisanter kann Lyrik kaum sein!"
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.11.2019

Tief beeindruckt beschreibt Lyrik-Kritiker Michael Braun die vier hier versammelten Gedichtzyklen dieses Außenseiters deutschsprachiger Lyrik, die ihn tief in eine Welt führen, "in der nur noch der Weg in den Abgrund offen" ist. Anders als viele andere Lyriker seiner Generation, so Braun, hält sich Westermann nicht mit Sprachspielen auf. Ihm gehe es um eine "düstere Traumarchitekur", die den Rezensenten an die Filme Andrej Tarkowskis erinnert. Als literarische Einflüsse nennt Braun Beckett, besonders aber die "kanadische Weltpoetin" Anne Carson, auf die sich Westermann explizit beziehe. Der vierte Zyklus des Bandes basiert auf dem "Alkestis"-Drama des antiken Autors Euripides, informiert Braun noch. Es gehe um den Aufstand der Tochter gegen den Vater, "eine Attacke gegen die Anmaßungen männlicher Macht".

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