Südafrika, Anfang der 1980er-Jahre: Rut und ihre drei Schwestern Liv, Fee und Emma leben mit ihrer Mutter Alva in einer Siedlung am Rand einer großen Stadt. Der Vater ist vor einigen Jahren ums Leben gekommen, die Mutter ist Malerin und schafft es seither nur knapp, die Familie mit ihren Einkünften über Wasser zu halten. Aufgrund ihrer Lebenssituation haben sie mit vielen Schwarzen mehr gemeinsam als mit der weißen Oberschicht Trotzdem stehen sie - nur wegen ihrer Hautfarbe - gesellschaftlich über den Schwarzen. Dieses Menschenbild will Alva, die in Europa aufgewachsen ist, ihren Kindern nicht vermitteln. Aber wer sich in Südafrika zur Zeit der Apartheid mit Schwarzen solidarisiert, stößt schnell an die Grenzen der Toleranz.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.01.2015
Zu wenig informativ für ein Lehrbuch über Südafrika und die Apartheid und zu unfrei, um eine literarisch mitreißende Geschichte zu erzählen, erscheint dieser erste Roman von Lizzy Hollatko der Rezensentin Hannah Arnold. Die Rezensentin findet das schade, denn was Kinderaugen, genauer die Augen Ruts und ihrer Schwestern, in den 80er Jahren in jenem Teil der Erde entdecken können, ist ja doch erst einmal anders als gewohnt. Doch weder kommt der "Geist einer Epoche" für Arnold rüber, noch scheint ihr der Plot wirklich spannend. Wenn sich Anekdote an Anekdote reiht, öffnet sich wohl langsam für die Rezensentin ein Mikrokosmos, aber der Ton des Ganzen macht Arnold den ungetrübten Genuss unmöglich: altklug und leicht kitschig, findet sie ihn. Womöglich steckt doch zu viel Autobiografisches in dem Buch, mutmaßt sie.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…