Aus dem Französischen von Hella Beister. Vom Verbrechen der Armut Hexenjagd gegen Sexualstraftäter in den USA, brennende Autos in den Banlieues von Paris, Verfolgung von illegalen MigrantInnen, überbelegte Gefängnisse allüberall - gibt es einen Zusammenhang? Ausgehend von der us-amerikanischen Situation macht der Autor einen Trend aus. Gesellschaftliche Problemgruppen werden kriminalisiert und weggesperrt. Lange ist bekannt, dass in den USA Afro- Amerikaner überdurchschnittlich häufig straffällig und auch zu Gefängnisstrafen verurteilt werden - eine Entwicklung, die im Umgang auch (west)europäischer Polizei und Rechtsprechung mit Verbrechern aus sozial schwachen Gruppen ihren Widerhall findet. Wegsperren als Lösung sozialer Probleme?
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 15.10.2008
Beeindruckt und offensichtlich mit Zustimmung hat Robert Misik diese Studie gelesen, in der sich der in Berkeley lehrende Sozialwissenschaftler Loic Wacquant mit der Politik der Repression gegenüber Straftätern und sozial Schwachen auseinandersetzt. Wacquant, der nicht als objektiver, sondern als engagiert parteiischer Wissenschaftler auftrete, stelle dar, dass eine zunehmende Härte der Strafen sich nicht mit Kriminalstatistik, sehr wohl aber mit einer Lust am Strafen begründen lasse. Diese entwickle der vorgeblich schlanke Staat des Neoliberalismus insbesondere seinen eigenen Opfern gegenüber: den Armen. "Der Neoliberalismus präsentiert Arme als Täter", fasst Misik zusammen. Vom Materialreichtum und der Detailtreue von Wacquants Untersuchung zeigt sich der Rezensent angetan und beschränkt sich über weite Strecken darauf, Wacquants seiner Ansicht nach zwar nicht neue, aber zu Unrecht oft vernachlässigte Argumente gegen die Vermehrung und Verschärfung von Strafen in seiner Rezension zu referieren.
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