Aus dem Englischen von Ruth Keen. William Wilson, Zauberer, ist ziemlich am Ende, als ihm einige Gigs in einem Berliner Cabaret angeboten werden. Es ist zwar kein besonders lukrativer Job, aber er wird dort wenigstens keinem Zuschauer aus seiner letzten Show in London begegnen, einem Auftritt, den er am liebsten aus seinem Leben streichen würde. Den er vergessen muss. Vergessen vor allem die beiden, die jetzt tot sind. Unter den Showgirls und den kleinen Gaunern der Berliner Szene kann er erst mal abschalten. Doch dann lässt er sich auf einen riskanten Nebenjob ein...
Die Rezensentin Katharina Granzin ist von diesem Roman ganz verzaubert. Die Autorin Louise Welsh hat mit "Der Kugeltrick" eine Welt geschaffen, die Granzin völlig in ihren Bann zieht. Und obwohl Welsh ihre Inspirationen offen legt - so heißt ein Protagonist Onkel Dix, auch Christopher Isherwood kann man in der Ahnengalerie verorten - hat sie mit ihrem "morbiden Glamour" doch etwas ganz Eigenes geschaffen. Das liegt zum einen daran, wie sie Berlin großartig und verrucht aussehen lässt, obwohl sie auch dabei auf bekannte Motive rekurriert. Zum anderen verwebt sie ihre beiden Geschichten auf so interessante Art und Weise, dass Granzin der Autorin auch sofort verzeiht, dass der Thriller mit einem "billigen Trick" endet - schließlich mache dieser Umstand den Roman zum "wahren Vertreter seines Genres".
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