In seinen Kolumnen äußert sich Lukas Bärfuss zu vielfältigen, aber immer drängenden Fragen unserer Zeit."Die Geschichte bewegt sich nicht im Ochsengang, nicht in einem gleichmäßigen Trott. Sie gleicht eher den wilden Sprüngen eines Pferdes, das nach Tagen im Stall wieder auf die Weide gelassen wird", heißt es bei Lukas Bärfuss. Und er unterzieht sie in seinen Kolumnen 2019/2020 gewissermaßen in Echtzeit seinem prüfenden Blick, etwa wenn er sich staunend klarmacht, was eigentlich das wirklich Neue an einem eben auf den Markt kommenden iPhone ist: nichts Wesentliches, und wenn er dann aber resümiert, welche grundstürzenden Dinge passiert sind in den wenigen Jahren, die es dieses Telefon überhaupt erst gibt. Seit 2008 nämlich. Das Kleine und das Große sind auf eine verblüffend einleuchtende Weise miteinander verzahnt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.01.2021
Lukas Bärfuss ist ein Moralist, behauptet Rezensent Jan Wiele. Er möchte selbst ein guter Mensch sein und Werke schreiben, die dieses Gutsein im Sinne globaler Gerechtigkeit reflektieren, lernt Wiele aus den Bärfuss-Essays. Psychologische Einfühlung und Fabulisierungslust im Roman lehnt der Schweizer Autor ab. Doch immerhin gestehe er ihm als Form - solange er "glaubwürdig" ist - noch eine Existenzberechtigung zu. Ist das jetzt Neue Sachlichkeit oder doch eher Sozialistischer Realismus, fragt sich der Rezensent. Etwas sonderbar, dass Bärfuß aber einen Kanon vermisst, der in der Schweiz bereits abgeschafft sei. Glaubwürdiger soll der aber sein, nicht mittels Manipulationen, sondern mit Argumenten erstellt, lesen wir. Wiele möchte drüber nachdenken.
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