Mit einem Essay von Heinz L. Arnold über Peter Rühmkorf. In seiner Preisrede porträtiert Rühmkorf Hoffmann von Fallersleben, der sich zunächst als forschender und sammelnder Altphilologe und Germanist einen Namen gemacht hatte, nicht nur als Dichter von Volksliedern, deren Popularität den Namen ihres Urhebers längst überdeckt hat ("Alle Vögel sind schon da", "Ein Männlein steht im Walde" und viele mehr). Er stellt ihn insbesondere vor als den Verfasser politischer Lyrik, deren Eingängigkeit und Wirkungsmächtigkeit Hoffmann vielleicht mehr in Gefahr brachten als ihre Schärfe und die ihn aufgrund seiner Anklage von staatlicher Willkür und seines Rufs nach "Einigkeit und Recht und Freiheit" schließlich doch um sein öffentliches Amt brachten und zur jahrzehntelangen Flucht vor den Kontroll- und Zensurbehörden zwang.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.05.2002
Rezensent Walter Hinck findet durchaus viel interessantes in dieser von Peter Rühmkorf herausgegebenen Essaysammlung, in der es unter anderem um Hoffmann von Fallersleben geht. In dem Zusammenhang lobt er auch gleich die Reihe, in der diese Veröffentlichung erschienen ist. Die Hefte "haben sich inzwischen als eine profilierte Essayreihe Achtung verschafft" und das ist nicht zuletzt der Verdienst des Herausgebers. Von dessen künstlerischem Schaffen ist der Rezensent ebenso beeindruckt wie von Rühmkorfs politischen Denken, und dabei hat er "dem gesellschaftlichen Engagement nicht den poetischen Selbstausdruck" geopfert. Über Rühmkorf gibt es in dieser Essaysammlung auch ein Porträt, das Hinck sehr interessant findet.
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