Mit Illustrationen. In deutscher und chinesischer Sprache. Diese Anthologie versammelt Arbeiten aus einer offenen Tagung, die im Frühjahr 2022 im Literarischen Colloquium in Berlin (LCB) stattfand. Unter dem Titel "Zukunftsaussichten" erkundeten dreizehn Autor*innen aus verschiedenen literarischen Feldern die Potenziale spekulativen Fabulierens. Eingeladen dazu hatten der Lyriker Tim Holland, Kapsel-Herausgeber Lukas Dubro und das LCB. Drei intensive Tage lang formulierte die Gruppe ihre Ziele, bildete Kooperationen und entwarf Text- und Performance-Ideen, die nun in "Kollaps und Hope Porn" erscheinen.Kapsel heißt das Projekt zu zeitgenössischer Science-Fiction aus China. Es besteht aus einem Austausch in Form von Diskussionen und Workshops und aus Publikationen zum Thema. Begleitet von Illustrationen, Briefen und Essays stellt jede Veröffentlichung eine oder mehrere Kurzgeschichten vor - zweisprachig: Chinesisch und Deutsch. Die Redaktion um Lukas Dubro und den Sinologen Felix Meyer zu Venne übersetzt dafür unbekannte Positionen aus der umtriebigen und vielfältigen Szene des Landes - und sucht seit Neuestem auch an anderen Orten nach prickelnden Zukunftsvisionen. Bislang erschienen Geschichten von Chi Hui, Xia Jia und Jiang Bo, am Gespräch hierzulande beteiligen sich u. a. Dietmar Dath, Ruohan Wang und Ann Cotten. Zuletzt erschienen die Ausgabe "Träume" mit vier positiven Zukunftsentwürfen von Baoshu, Anja Kümmel, Tim Holland und Anna Wu, und das erste Buch mit sechs Kurzgeschichten aus China und fünf Antworten aus Berlin. Bisher kam Kapsel im Fruehwerk Verlag heraus - ab sofort nun bei Maro!
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 09.12.2022
Science Fiction ist kein Randgenre mehr, resümiert Rezensent Samuel Hamen nach der Lektüre von "Kollaps und Hope Porn", einer Anthologie mit dreizehn Beiträgen, die sich irgendwo auf dem schon im Titel aufgemachten Spannungsfeld zu verorten suchen. Die Frage, wie sich in der sich vollziehenden Mehrfachkrise überhaupt noch über Zukunft nachdenken und schreiben lässt, wird immer dringlicher, die dreizehn Autorinnen und Autorin antworten darauf literarisch im Modus der Science Fiction, und sie tun dies auf sehr unterschiedliche, bemerkenswerte und teilweise sprachlich exzellente Weise, so Hamen. Überzeugt hat den Rezensenten aber vor allem das Nebeneinander von "Erzählen und Reflexion", das diesen Band ausmacht. Den Band liest er nicht zuletzt als "Antwort auf eine zynisch apokalyptische Grundstimmung".
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