Mit deutscher Ungeduld kommst du in China nicht weit, wird Scherzer zu Beginn seines Aufenthalts gewarnt. Also übt er sich im Straßenverkehr ebenso in Gelassenheit wie beim Tempelbesuch. Aber er sieht umso genauer hin, wer und was ihm begegnet. Und er stellt jedem vier Fragen, ob taoistischer Priester, Koch, Heiler oder Gefängniswärterin: Was ist für Sie ein guter Tag? Was ein schlechter? Was wünschen Sie sich für Ihre Zukunft? Was für die Zukunft Ihres Landes? Der Fremde kann alles fragen, wird aber nicht alles erfahren und noch weniger begreifen, sagt man ihm. Scherzer jedoch gelingt es, dem fernen Land erstaunlich nahezukommen.
Klarer Fall von pseudophilosophischer Selbstdarstellung, schimpft Detlev Claussen über dieses Buch von Landolf Scherzer. Ein journalistischer Scherz, und zwar ein ziemlich schlechter ist für den Rezensenten Scherzers Versuch, durch möglichst naives Fragen kluge Antworten zu bekommen. Das geht gründlich in die Hose, der Ertrag, eine schnöde postkommunistische Weisheit, ist laut Claussen das Papier nicht wert. Dabei findet Claussen die DDR-sozialisierten Gesprächspartner des Autos durchaus interessant und ebenso den Blick auf realsozialistische Traditionen in China. Die Unterschiede zwischen DDR und VR werden für sein kritisches Empfinden aber viel zu glatt gebügelt und die rasante Entwicklung Chinas nicht genügend gewürdigt.
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…