Alfred ist der jüngste Nachfahre der von Ärmels, doch die glanzvollen Zeiten der Familie sind vorbei. Neben seiner umschwärmten, aber abgedrehten Mutter, seinem genialen Bruder und seinem kauzigen Vater fühlt er sich wie eine Karikatur. Trotzdem hat er es sich zur Aufgabe gemacht, seine alteingesessene Familie zu neuem Ruhm zu führen. Ein Held möchte er werden. Dazu hat er verschiedene Möglichkeiten: Er könnte, wie sein Vorbild und Namensvetter, vierzig Franzosen erschlagen, einen Gesangswettbewerb gewinnen oder zusammen mit Ruth ein Hotel aufmachen, denn ja, die Liebe siegt immer! Doch ist Alfred wirklich zum Helden geboren?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.02.2019
Rezensent Andreas Platthaus bekommt keine große Kunst mit Lukas Linders Roman, gut unterhalten hat er sich dennoch, und zwar auf recht unübliche Weise, wie er betont. Das liegt zuallererst an Linders Erzähler Alfred von Ärmel , einem tragikomischen Antihelden, vom Schicksal gebeutelt, Muttersöhnchen, weinerlich dazu, den der Autor laut Platthaus in komischen Dialogen sein Trübsal blasen lässt. Desweiteren gefällt Platthaus, wie der Autor die nicht selten peinlichen Episoden um seinen Alfred zu einer großen Erzählung über das Gefühl zu enttäuschen erhebt, tröstlich zudem durch den weder spöttischen noch zur Identifikation aufrufenden Blick des Autors, wie der Rezensent erklärt.
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