Diese Essaysammlung dokumentiert einen Pionier postmoderner Erfahrungsgeschichte auf den Spuren seiner eigenen, oft ironisch reflektierten Erinnerung und bei seiner Arbeit am öffentlichen Gedächtnis. Skeptisch, heiter, engagiert und unabhängig erzählt er von den Prägungen, Netzwerken, Initiativen und Abenteuern eines deutschen Intellektuellen in europäischen Bezügen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.07.2003
Trotz leiser Kritik äußert sich der mit "uha" zeichnende Rezensent durchaus positiv über diesen Band von Lutz Niethammer, der den "Essais d'ego-histoire" von Pierre Nora nachempfunden ist, in dem 1987 "intellektuelle Autobiografien" französischer Historiker versammelt wurden. Niethammer allerdings gehe noch weiter, indem er die Ansicht vertrete, dass ein solches Unterfangen automatisch in die "Dekonstruktion des Egos" führen müsse, das wiederum aus einem Geflecht von Beziehungen bestehe, die somit offen gelegt werden müssen. In Übereinstimmung mit dieser Ansicht erzähle er sowohl aus seinem privaten als auch beruflichen Leben, was durchaus amüsant und interessant zu lesen sei, dennoch aber auch zeige, dass der Autor ein "selbstverliebter Causeur" sei, "der mit seinem Hang zum Nonkonformismus kokettiert?, so der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.05.2003
Frank Ebbinghaus lobt dieses Buch mit Erinnerungen des Historikers Lutz Niethammers als "reizvolles Unterfangen", auch wenn einige Texte bereits anderswo veröffentlicht wurden. Dass der "deutsche Wegbereiter für Oral History" damit statt über die Geschichte der anderen seine eigene Geschichte erzählt, freut den Rezensenten, auch wenn er diejenigen, die sich "Indiskretionen" oder böse Anekdoten über Historiker-Kollegen erhoffen, eines besseren belehren muss. Der Rezensent räumt ein, dass sich der Autor wie üblich gern dem Lob der Kollegen widmet, und dies nicht immer ganz "stilsicher" tut. Auch erblickt er in der Bescheidenheit Niethammers, der sich trotz einer glänzenden Karriere als Scheiternder beschreibt, einige "Koketterie". Trotzdem hat er die Erinnerungen gern gelesen und insbesondere die Erinnerungen an den Vater hält er für die "bewegendsten Momente" in diesen biografischen Texten.
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