Die dramatische Intensivierung der Auseinandersetzung mit zeitgenössischer chinesischer Kunst spiegelt die tektonischen Verschiebungen im globalen Gefüge wirtschaftlicher und politischer Kräfte. Chinesische Gegenwartskunst ist nicht nur ein Seismograph der beispiellosen Umbrüche in China selbst, sondern stellt auch die Deutungshoheit westlicher Theoriebildung zunehmend in Frage.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.10.2015
Marianne Burki verliert mitunter die Übersicht in Lydia Hausteins Versuch, eine theoretische und Analyse der zeitgenössischen chinesischen Kunstwelt zu liefern. Zwar scheint sich die Autorin mit ihrem Buch für Burki einer großen Herausforderung zu stellen, scheint ihre Ausgangspunkte und Überlegungen gut transparent zu machen und mit unzähligen Künstlergesprächen eine enorme Breite zu erzielen. Doch ist der Rezensentin nicht immer klar, ob die von Haustein bemühten Theorien (Max Weber, François Jullien) auf die chinesische Gegenwartskunst überprüft werden oder umgekehrt. Im Medienkunst-Teil des Buches vermisst die Rezensentin Fakten. Und dem Lektorat kann sie einige Lektüre-erschwerende Fehler nachweisen.
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