Der Mauerfall vor 30 Jahren bedeutete eine gewaltvolle Zäsur für migrantisches und jüdisches Leben in Ost und West. Während die einen vereinigt wurden, wurden die anderen ausgeschlossen. Das vorliegende Buch möchte ausgegrenzte Perspektiven auf die deutsch-deutsche Vereinigung wieder sichtbar machen und an die Kämpfe um Teilhabe in den 1980er Jahren, einschneidende Erlebnisse um die Wende und die Selbstbehauptung gegen den Rassismus der 1990er Jahre erinnern. So beinhaltet der Band Geschichten von Bürgerrechts- und Asylkämpfen ehemaliger Gastarbeiter*innen, von Geflüchteten in BRD und DDR, Beiträge über den Eigensinn von Vertragsarbeiter*innen, von damaligen internationalen Studierenden, über jüdisches Leben in Ost und West sowie über die Kämpfe von Sinti und Roma im geteilten Deutschland. Mit Beiträgen von Sharon Adler, Hamze Bytyci, Max Czollek, Nuray Demir, Gülriz Egilmez, Kadriye Karcı, Andrea Caroline Keppler, Paulino Miguel, Dan Thy Nguyen, Patrice Poutrus, Ceren Türkmen, Alexandra Weltz-Rombach u. a.
Rezensentin Sarah Ulrich erkennt in den Beiträgen des von Lydia Lierke und Massimo Perinelli herausgegebenen Bands mehr als eine Opfererzählung. Für Ulrich ist es ein "Akt der Selbstermächtigung", wenn die Texte Wendediskurse auf links drehen und aus migrantischer oder jüdischer Perspektive zeigen, was Mauerfall und Wende bewirkt haben - im Zweifelsfall nämlich auch Segregation und Diskriminierung. Die Erinnerung an Brandanschläge und Morde, an jüdisches Leben und das von Sinti und Roma in Ost und West und die Analysen zu rechtem Terror im Buch weiten laut Ulrich den Blick auf Klassenunterschiede und Rassismus in der DDR.
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