Herausgegeben von Peter Blickle, Andre Holenstein, Heinrich Richard Schmidt, Franz-Josef Sladeczek. Lenin, Stalin, Marx und Engels sind gefallen. In der Revolution von 1989 sind ihre Bilder zerstört worden. Wie in der Reformation, als die Statuen und Bilder der Heiligen physisch vernichtet wurden. Historiker, Kunsthistoriker, Kirchenhistoriker und Literaturhistoriker bilanzieren in diesem Band den Kenntnisstand zu einem großen Thema der europäischen Geschichte. Das Spannungsverhältnis zwischen Bilderverehrung und Bilderzerstörung wird in seiner europäischen und säkularen Dimension erörtert, der zeitliche Bogen vom Spätmittelalter bis zum 20. Jahrhundert gespannt. Wahrnehmungsprozesse und die Handlungsdimension im Umgang mit Bildern werden intensiv diskutiert und Perspektiven für die fächerübergreifende Forschung aufgezeigt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.01.2003
Der von P. Blickle und anderen herausgegebene Band "Macht und Ohnmacht der Bilder", der Studien von vierundzwanzig Historikern, Theologen und Kunsthistorikern versammelt, hat Rezensent Friedrich Niewöhner vollauf überzeugt. Wie Niewöhner ausführt, beschreibt der Band detailliert den Vandalismus protestantischer Bilderstürmer gegen den religiösen Bilderkult und die Sinnlichkeit des liturgischen Geschehens im 16. Jahrhundert. Im Mittelpunkt stehen dabei Detail-Untersuchungen zum Bildersturm während der Reformation (in Schwaben, in Bern, im Elsass, im Ostseeraum und in England), umrahmt von Aufsätzen zur Bildverehrung im Mittelalter und der frühen Neuzeit sowie zu systematischen Fragen nach der Macht und Ohnmacht von Bildern, berichtet Niewöhner. Zwar seien die in diesem Buch behandelten Themen nicht wirklich neu. "Doch bereitet es eine überaus anregende Lektüre", freut sich Niewöhner, "da ältere Forschungsergebnisse diskutiert und korrigiert werden und das breite Spektrum der Untersuchungen zum Bildersturm diese Rand- und Nebenerscheinung der Reformation in allen ihren Facetten beleuchtet."
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